Breitband würde teuer

Unscheinbar gegenüber der Post, aber enorm wichtig: Von hier aus kommen Telefon und Internet nach Schwarzenfeld. Bilder: Dobler (2)
Lokales
Schwarzenfeld
08.11.2014
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Das Zentrum von Schwarzenfeld ist internetmäßig gut bis sehr gut versorgt, mit teilweise bis zu 50 MBit Übertragung pro Sekunde. Aber es geht noch besser, vor allem für den Rest des Ortes. Doch dafür müsste der Markt eine höhere sechsstellige Summen investieren.

Wie man vorgehen könnte, darüber informierte der Beratende Ingenieur Josef Ledermann den Marktrat. Der Experte aus Freising hatte die Grundlagen der Telekommunikations-Infrastruktur der Gemeinde ermittelt und nun ging es darum, die Erschließungsgebiete festzulegen. "Die Gemeinde kann wählen, welches Gebiet mit welcher Geschwindigkeit ausgewählt wird", machte der Ingenieur auf die Förderrichtlinien des Freistaats aufmerksam, der den Kommunen bei dieser Aufgabe finanziell unter die Arme greift. Wie sich zeigte, war der Marktrat einstimmig bereit, das gesamte Gemeindegebiet als künftiges Erschließungsgebiet festzulegen.

Auf dieser Grundlage ist nun ein Markterkundungs-Verfahren durchzuführen. Das heißt nichts anderes, als dass in den nächsten Wochen herauszufinden ist, ob große Firmen wie die Telekom planen, in der nahen Zukunft das Netz in Schwarzenfeld auf eigene Rechnung auszubauen und zu welchen Übertragungsleistungen das führen würde.

Im Millionenbereich

Ledermann macht den Räten nicht viel Hoffnung, dass es zu so einer für den Markt kostengünstigen Lösung kommen werde, weil für die Telekom beispielsweise schlicht der Marktdruck fehle, sprich ein potenter Konkurrent. So wird der Markt zahlen müssen, damit sich etwas bewegt. Die Bayerische Breitbandförderrichtlinie sieht vor, dass Schwarzenfeld aus München 80 Prozent der Breitband-Investitionen wieder ersetzt bekommt - maximal aber 753 000 Euro. "Das heißt, der Markt könnte mit einer Investition von 912 500 Euro die maximale Fördersumme ausschöpfen", rechnete Ledermann vor. Der Eigenanteil der Gemeinde liege dann bei 182 500 Euro.

Das Problem ist allerdings, dass man in Schwarzenfeld selbst mit 912 500 Euro nicht weit kommen würde. Ein flächendeckender Ausbau würde nämlich 1,5 bis 1,7 Millionen Euro kosten. Folglich würde der Eigenanteil auf um die 750 000 Euro anwachsen.

Zu beschäftigen hatte sich das Plenum auch mit der Übernahme von Personalkosten. Dabei ging es um Zusatzkräfte für die Betreuung von behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern im Kindergarten St. Martin. Neu von ihnen sind in dieser Tagesstätte untergebracht, ihre Betreuung erfordert den Einsatz von zwei Heilerziehungspflegerinnen.

Markt zahlt Personal mit

Für die beiden Frauen fallen Personalkosten von über 80 000 Euro an. Knapp 30 000 Euro davon muss der Markt für das laufende Betreuungsjahr zahlen. Der Marktrat war einverstanden damit und schaltete auch gleich für die nächsten Betreuungsjahre die Ampel diesbezüglich auf grün.

Auch ISEK war ein Thema der Sitzung. Nicht nur, dass der städtebauliche Berater des Marktes, Dr. Emil Lehner, den Räten die Chancen eines integrierten, interkommunalen städtebaulichen Entwicklungskonzepts ans Herz legte, machte der Marktrat nun auch den Weg frei, dass der Ort nach ersten ISEK-Erfahrungen in den letzten Wochen die dazu nötige kommunale Arbeitsgemeischaft mit Nabburg, Pfreimd, Wernberg-Köblitz und Trausnitz eingeht und mitfinanziert.

Weil es eine hohe finanzielle Förderung gibt, bleiben von den Kosten von 50 000 Euro für die Erstellung des Entwicklungskonzepts nur 5000 Euro an Schwarzenfeld hängen. So war die Zustimmung des Plenums nur eine Formfrage.
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