Brunnen an der Grenze

Trinkwasser ist ein großes Geschäft für Schwarzenfeld. Im Rathaus, das im Hintergrund zu sehen ist, spricht man nach der neuen Gewinnabrechnung vom "besten Jahr". Bild: Dobler
Lokales
Schwarzenfeld
30.01.2015
1
0

Schwarzenfelder Wasser verkauft sich jedes Jahr besser. Noch nie wurde so viel Gewinn gemacht. Aber die Wasserförderung stößt an ihre Grenzen. Jetzt denkt der Markt sogar über einen weiteren Brunnen nach. Trotzdem wurde im Marktrat leise Kritik geäußert.

3,63 Millionen Euro spülte die Trinkwasserförderung im Jahr 2013 in die Kasse der Marktgemeinde. Dies ging aus einer Übersicht hervor, die den Räten bei der Sitzung am Mittwoch vorgestellt wurde. Unter dem Strich blieb ein Jahresgewinn von 205 770 Euro übrig. "Das war bislang das beste Jahr", versicherte Bürgermeister Manfred Rodde und erinnerte zur Bekräftigung seiner Aussage an den guten Abschluss des Jahres zuvor, der mit 144 000 Euro Gewinn auch schon gut, aber deutlich niedriger ausgefallen war.

Wie zu hören war, stieg die verrechnete Wassermenge um 18 Prozent auf rund 1,3 Millionen Kubikmeter - das sind 1,3 Milliarden Liter, die hauptsächlich von den beiden Brunnen Drei und Vier geliefert wurde. Wichtigster Abnehmer und auch verantwortlich für die Mengensteigerung sind die Milchwerke. Aber auch die privaten Haushalte haben zur Steigerung beigetragen, wobei die Entwicklung des Durchschnittserlöses beim Wasserverkauf an die Haushalte eine Abnahme von fast drei Cent auf 84,2 Cent pro Kubikmeter zeigte.

Wie der Bürgermeister erläuterte, ermögliche es die gute Ertragslage, die Konzessionsabgabe in voller Höhe von rund 35 000 Euro anzusetzen. Die Belastung mit Körperschaftssteuer betrage etwa 43 000 Euro, die Gewerbesteuer wurde in Höhe von 28 500 Euro fällig.

Neue Kalkulation

Rodde kündigte in diesem Zusammenhang an, dass nach Ablauf des vierjährigen Kalkulationszeitraumes in diesem Jahr eine neue Globalkalkulation des Wasserpreises erfolgen soll. "Weiter werden größere Investitionen notwendig für einen neuen Brunnen und für Unterhaltsmaßnahmen der bestehenden Anlage". Auf Nachfrage von Marktrat Manfred Müller (ÜPW) präzisierte der Bürgermeister, dass der neue Brunnen schon "in den nächsten fünf Jahren oder weniger" liefern soll. Die derzeitigen vier Brunnen sind an ihre Grenze gelangt.

Müller brachte auch noch ein Argument, das an die teils heftigen Streite der früheren Jahre im Marktrat ging, als die Opposition der Verwaltung bei der Vorstellung der Wasserbilanz immer vorwarf, das Schwarzenfelder Wasser sei zu teuer. Aufgehängt wurde die Anklage immer mit dem Hinweis darauf, dass hier Gewinn gemacht werde, auf den sogar Steuern zu zahlen seien. Das meinte Müller, als er einwarf, "wir wollten doch eigentlich Gewinn vermeiden, um keine Steuern zahlen zu müssen".

Einstimmiges Votum

Aber weder Rodde noch die anderen Markträte stiegen auf diese Diskussion ein, so dass der Jahresabschluss 2013 der Wasserversorgung schließlich einstimmig das Plenum passierte - also auch mit Müllers Einverständnis.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.