Bühnenreife Holnsteiner

Die Dame spielt im zweiten Akt die Hauptrolle, erklärt Helga Katrin Stano das Plakat, das Raphael Haubelt designt hat. Lisa Wilhelm, Jutta Bollwein, Peter Neumeier (von links), Michael koch und Michael Körprich (von rechts) hören der Autorin aufmerksam zu. Bild: Held
Lokales
Schwarzenfeld
15.05.2015
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Helga Katrin Stano hadert bisweilen mit der Geschichte. Wäre der erste Holnsteiner legitim gewesen, wären die altbayerischen Wittelsbacher nicht ausgestorben, denn die Holnsteiner gibt es noch. Aber dann kam ihr ein Gedanke, der sie mit der Geschichte wieder versöhnt hat.

Ohne die Pfälzer Linie der Wittelsbacher gäbe es keinen Ludwig I. und ohne ihn kein Oktoberfest. Das erzählt die Autorin des Jubiläumsfestspiels "Die Holnsteiner - von Dame, König und Rossober" bei einem Pressegespräch im Schwarzenfelder Rathaus. Sie spannt einen Bogen von 180 Jahren, vom Barock bis zur Gründerzeit, mit drei wichtigen Episoden der Holnsteiner in der bayerischen Geschichte. "Jeder Akt ist abgeschlossen", erklärt die Autorin.

Der rote Faden, der sich durch das Stück zieht, ist der, dass die Holnsteiner und die Wittelsbacher "immer eng miteinander verschachtelt waren." Die Holnsteiner waren also nah dran an der Macht. Die einzelnen Episoden machen es für die 24 Laienschauspieler einfacher, doch Stano hat damit der Regisseurin, ihrer Schwester Jutta Bollwein, ein Mammutprogramm auferlegt. Orts- und Zeitsprünge, sogar innerhalb der Akte, gilt es visuell (Kostüme und Bühnenbild) zu bewältigen. Weil die Harmonie im Ensemble so gut sei, lasse sich das alles stemmen, betont Bollwein. Gearbeitet wird mit einem reduzierten Bühnnenbild, Live-Musik und bester Technik. Peter Neumeier, Zweiter Bürgermeister und Leiter des Kernteams zur 1000-Jahr-Feier, skizziert nicht nur die Vorgeschichte zum Festspiel mit Lisa Wilhelm als Ideengeberin, sondern stellt heraus, dass sich der Markt die hochprofessionelle Technik etwas kosten lasse.

Diese liegt in den Händen von Michael Körprich und der Firma "TCLG". Weil es keine Möglichkeiten der szenischen Umbauten gibt, arbeit er mit einer 20 bis 25 Quadratmeter großen LED-Leinwand, die zum Beispiel einen Ballsaal entstehen lässt. Um die historische Stimmigkeit nicht kaputt zu machen, werden auf der Bühne im Jugendheim Richtmikrofone eingesetzt. "Fulminant wird's", verspricht Musiker Michael Koch schon jetzt. Er meint die Stücke aus der Zeit von Vivaldi, Händel oder Wagner, in Fragmenten gespielt, zum Teil neu arrangiert. "Bei der Musik wird technisch nicht getrickst."

Neumeier zufolge ist gut ein Drittel der Karten für die sechs Vorstellungen schon weg. Wer zur Premiere mit Gala-Empfang am 9. Oktober möchte, sollte sich schnell entscheiden. In Premiere und Dernière wird den Gästen in Abendgarderobe der Hof gemacht, deshalb kosten die Karten mit Sektempfang und kleiner Verköstigung 22 Euro. Für die vier regulären Vorstellungen (10.,11.,16. und 18.Oktober) liegt der Preis in der Kategorie 1 bei 14 und in der Kategorie 2 bei 12 Euro.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.schwarzenfeld2015.de
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