Computer-gesteuerter Ackerbau

BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann (rechts) bedankte sich beim Referenten Dr. Josef Bosch (links) mit einem Geschenk. Bild: rid
Lokales
Schwarzenfeld
19.11.2015
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Was im Straßenverkehr noch in der Erprobungsphase steckt, ist in der Landwirtschaft längst gängige Praxis. Landwirte fahren mit ihren Maschinen über die Felder, ohne das Steuer in die Hand zu nehmen, zentimetergenau geleitet per GPS-Satellitenortung. Die Landwirtschaft hat sich an die Spitze der technologischen Entwicklung geschoben.

"Smart Farming" heißt die neue Bauernweisheit. Intelligentes Wirtschaften mit Hilfe modernster Technik soll Kosten sparen, den Ertrag steigern und die Umwelt schonen. Einer, der sich seit Jahren damit befasst, ist Dr. Josef Bosch. Der 57-jährige Landwirt aus Mintraching ist Geschäftsführer der Software- und Beratungsfirma "PC Agrar". Am Dienstagabend sprach er in Schwarzenfeld auf einer Veranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes über die Zukunft der "datenbetriebenen Landwirtschaft".

"Die technischen Möglichkeiten sind da", erklärt der promovierte Agrarwissenschaftler. Modernste Sensorentechnik ermögliche einen effizienten Maschineneinsatz. Pflanzenschutz und Düngemittel können gezielt und dosiert ausgebracht werden. Der Landwirt lese die Daten in seinem Büro aus und binde sie in sein Betriebsmanagement ein. "Hier den Überblick zu behalten, ist die große Herausforderung", so Dr. Bosch. Der IT-Spezialist ist aber der Überzeugung: GPS-Steuerung und Automatisierung des Datenstroms zwischen Hof-PC und Maschine werden die Arbeit auf dem Feld revolutionieren.

Für alle Betriebsgrößen

Dazu aber braucht der einzelne Landwirt Hilfe von Maschinenringen und Beratungsdiensten, die die Daten ermitteln und einen standortbezogenen Pflanz- und Düngeplan entwerfen. "Smart Farming", intelligentes Wirtschaften, spare Zeit und Geld, erklärte Dr. Josef Bosch den überwiegend jungen Landwirten, die zum Vortrag in das Jugendheim Schwarzenfeld gekommen waren.

Die moderne Technik soll nicht nur den großen Agrarunternehmen, sondern auch den kleinen Familienbetrieben der Region die Arbeit erleichtern und helfen, Kosten zu sparen. "Smart Farming" soll das Bestandsmanagement, das Datenmanagement und die Maschinensteuerung zu einem modularen Gesamtsystem zusammenfassen und den Landwirten kluge Lösungen zur Bewirtschaftung ihrer Felder anbieten.
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