Da werden Erinnerungen wach

Das meistfotografierte Motiv Schwarzenfelds ist, neben dem Schloss und der Miesbergkiche, der Platz am Kreuz. Dieses Bild aus der Ausstellung zeigt, wie der Platz vor 70 Jahren aussah. In dem Gebäude in der Mitte ist jetzt ein italienischer Imbiss.
Lokales
Schwarzenfeld
13.08.2015
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Die "Blaue Traube" war ein beliebtes Café-Restaurant an der Bahnhofstraße. Noch nie von ihm gehört? Oder von der Firma, die immer wieder explodierte?

Peter Bartmann, der frühere Dritte Bürgermeister, Marktrat und vor allem: Ortsheimatpfleger, breitet derzeit seine in vielen Jahren gesammelten, fotografischen Schätze in einer Ausstellung aus, die im Erdgeschoss des Altbaus der Schule zu sehen ist. Sie beinhaltet Fotografien und Dokumente aus den beiden Jahrzehnten nach dem Krieg, als Schwarzenfeld schon so ähnlich wie heute aussah, aber doch so ganz anders war.

"Viele Ältere kommen und sehen sich die Fotos an und erinnern sich: Da habe ich früher gespielt, oder in diesem Geschäft haben wir meinen Kommunionanzug gekauft." Ihn selbst freut es, wenn auf den Schwarzweiß-Aufnahmen Menschen zu sehen sind, auch wenn die abgelichteten Gebäude und Straßenzüge, Firmen und Sportplätze schon interessant genug sind. "Man sieht den Alltag der damaligen Zeit", ist der wichtigste Aspekt für den Kurator, der in die Schau sein Herzblut gesteckt hat. Sie ist so etwas wie Peter Bartmanns ganz persönliches Geburtstagsgeschenk an seine geliebte Heimat, den 1000-jährigen Markt.

Johann Mühlbauer zu Ehren

Die Ausstellung ist nur in den großen Ferien zu sehen, denn danach braucht die Schule die Gänge wieder, in denen jetzt die großen Bildtafeln hängen. Es gibt auch eine Vitrine. In ihr befindet sich unter anderem das fein gestaltete Fotoalbum für den früheren Schwarzenfelder Pfarrer Johann Mühlbauer, der mit Tatkraft und Erfolg große Bauprojekte geschultert hat, die den Markt bereicherten. Erinnert sei hier an das Jugendheim auf dem Miesberg oder die Marienkirche.

Die Bilder aus diesem Album sind ebenfalls auf den Tafeln angeordnet. Sie erlauben einen interessanten Einblick in das gesellschaftliche Leben im Markt der 1960er Jahre. An einer Stelle erinnert Bartmann auch an den Mann, der 1968 die Fotos für das Album beigesteuert hat: den 2010 verstorbenen Kurt Hochmuth, der viele Jahre als Berichterstatter für unsere Zeitung "Der neue Tag" tätig war und darüber alle Aspekte des Lebens seiner Gemeinde mitbekam.

Wichtig waren damals wie heute die Lokale - etwa die "Blaue Traube" von Robert Kehrer an der Bahnhofstraße, das seit Mitte der 1950er Jahre als Café Hubl bekannt war und etwas später unter Café Regina firmierte. Heute ist an dieser Stelle das "Momo", das auch schon wieder einen neuen Namen hat: "Memo".

Große Firmen

Peter Bartmann weist mit seiner Ausstellung auch auf wichtige Unternehmen hin, die Schwarzenfeld geprägt haben. Die Fliesenfabrik Buchtal, die Tonwarenfabrik für Gebrauchskeramik, Industriegase Tyczka und jenes, in dem es immer wieder rummste. "Wenn es gebrannt hat haben die Leute nur gesagt, ach, es ist wohl wieder mal etwas explodiert in der Bronzefabrik." Die war erst am Hammer und musste dann aus verständlichen Gründen etwas weiter weg ziehen vom Ortskern. Ihre Reste sieht man heute noch.
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