Der Milchpreis übt Druck aus

Lokales
Schwarzenfeld
30.03.2015
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Johannes Hösl aus Hof bei Oberviechtach steht weiter an der Spitze des "Bund Deutscher Milchviehhalter" im Landkreis. Interessante Informationen gab es im Vortrag von Johannes Pfaller vom Bundesbeirat des BDM.

Im katholischen Jugendheim trafen sich die Mitglieder des BDM-Kreisverbandes zur Mitgliederversammlung. Kreisvorsitzender Johannes Hösl erinnerte: Bei der Agrarministerkonferenz in Rostock war eine Abordnung dabei, um für die Interessen der Milchbauern zu demonstrieren. Für die große Regionalkonferenz im letzten Jahr war der Kreisverband Gastgeber im Jugendheim. Ein besonderes Ereignis bildete war das Symposium des Bundesverbandes in Berlin. Dort sprachen Experten zu verschiedenen Themen. An der bundesweiten Kehrausaktion beteiligte sich der Kreisverband ebenfalls. Hier sollte den Politikern aufgezeigt werden, wie prekär die Lage der Milchviehhalter geworden ist.

Leitender Landwirtschaftsdirektor, Reinhold Witt bot Unterstützung an. Mit dem 1. April werde sich einiges ändern für die Milchviehhalter. Mit einer sinnvollen Beratung könne hier einiges erreicht werden.

Landkreis will helfen

Landrat, Thomas Ebeling ging ebenfalls auf den Fall der Milchquote am 1. April ein. Der Landrat könne da nichts bewegen. Helfen kann er den Landwirten jedoch bei Bauvorhaben, indem er die Verfahren entsprechend beschleunigt.

Mit Johannes Pfaller, Mitglied des Bundesbeirates des BDM aus dem Landkreis Roth, hatten sich die Milchviehhalter im Landkreis Schwandorf einen Referenten geholt, der über internationale Erfahrung verfügt. Er arbeitet nicht nur auf dem elterlichen Anwesen mit 110 Milchkühen, sondern arbeitete bereits in den USA, in Russland und in Indien. Zunächst einmal stellte Pfaller dar, wie sich die Situation der Milchviehhalter entwickelt hat. Es sei zu bemerken, dass sich das Setzen auf den freien Markt nicht bewährt hat. "Es wurden alle Grundsätze über Bord geworfen. Kein Ausgleich, keine Rücksichtnahme auf soziale Gerechtigkeit. Der Markt spricht für sich selbst", bedauerte er. Die Situation auf dem Milchviehmarkt sei ein Spiegelbild der Gesellschaft, so Pfaller. Im Land des freien Marktes in den USA beginne ein Umdenken. Hier wird darüber nachgedacht, die Landwirte zu unterstützen. Denn es kann nicht sein, dass am Ende nur mehr sehr große Betriebe mit mehr als 1000 Kühen überleben können. Alles was darunter liegt, könne nicht mehr existieren.

Schnell große Wirkungen

Der BDM habe sich etwas einfallen lassen, um auf Krisensituationen beim Milchpreis reagieren zu können nach dem Wegfall der Milchquote. Denn diese Quote war vom BDM so nicht gewollt worden, diese hatte oft keine regulierende Wirkung, da die Sanktionsmaßnahmen nicht oder nur unzureichend war. Gerade in der EU als weltgrößter Milchviehproduzent müsse man sich diszipliniert an Liefermengen halten. Wenn zu viel Milch auf dem Markt ist, sinkt der Preis. Schon kleine Erhöhungen in der EU haben große Wirkung auf dem Weltmarkt.
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