Embargo drückt Preise

Zur Versammlung gehörte auch, dass der Bauernverband dem in Ruhestand gegangenen Landwirtschaftsrat Karl Seegerer (Zweiter von links) für die jahrelange, gute Zusammenarbeit mit einem kleinen Geschenk dankte . Bild: ral
Lokales
Schwarzenfeld
22.10.2015
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Den Reigen der Herbstversammlungen des Bayerischen Bauernverbandes eröffnete eine Ortsobmännertagung. Dabei ging es um Neuerungen im Vertragsnaturschutzprogramm, aber auch um die Entwicklung der Fleischpreise und des Fleischmarktes.

Die Wetterkapriolen machten den Landwirten im Landkreis Schwandorf ganz schön zu schaffen, erinnerte Kreisobmann Hans Wilhelm bei der Herbsttagung im Jugendheim. Gerade bei der Maisernte und dem Grünlandschnitt gab es Einbußen. Die Entwicklung der Preise sei nicht positiv, in den Bereichen Milch und Fleisch fallen sie stetig.

Reinhold Witt, der Leiter des Amtes für Landwirtschaft, sprach davon, dass 57 Teilnehmerinnen die Prüfung als Hauswirtschafterin und 18 als Dienstleistungshelferin abgelegt haben. 182 befinden sich zurzeit in Ausbildung. Die Auszahlungstermine des Kulap/VNP haben sich bedingt durch EDV-Umstellungen verzögert. Das Amt sei bemüht, alle Zahlungen noch in diesem Jahr auszuzahlen. Das aktuelle Vegetationsgutachten erhalten die Jagdvorsteher in den kommenden Tagen.

Felicitas Lubinski von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Schwandorf informierte die Landwirte über Neuerungen beim Vertragsnaturschutzprogramm. Sie legte noch einmal dar, welche Voraussetzungen es für das Programm gibt, die erfüllt werden müssen, und zeigte die einzelnen Fördermöglichkeiten auf. Am Schluss des Vortrages entspann sich noch eine Diskussion zum Thema Biotopkartierung. Die Landwirte zeigten sich unzufrieden mit der Vorgehensweise. Dafür sei aber nicht das Amt in Schwandorf zuständig, so Lubinski, sondern das Umweltamt in Augsburg.

Einen breiten Raum nahm der Vortrag von Geschäftsführer Günter Härtl von Unifleisch und von Wolfgang Härtl von Contifleisch aus Erlangen ein. Die beiden inhabergeführten Unternehmen sind ein Schlacht- und Zerlege-Betrieb für Schweinefleisch (Contifleisch) und für Rindfleisch (Unifleisch). Dabei ging es um die Entwicklung des Fleischpreises in Deutschland, EU-weit und weltweit. Der Fleischpreis auf dem Schweinefleischmarkt ist merklich abgesunken. Eine Ursache ist hier das Russland-Embargo. Der russische Markt ist sehr wichtig für die Abnahme von Schweinefleisch. Trotz der niedrigen Preise ist der Preis in der EU weltweit gesehen noch einer der höchsten.

Im Bereich des Rindfleischmarktes ist die Situation differenzierter, da hier unterschieden wird in den Markt für Bullenfleisch, für Fersenfleisch und für Kuhfleisch. Aber auch hier wirkt sich das Embargo Russlands aus. Vor allem die fetten Fleischteile sind schwer zu verkaufen, waren aber in Russland sehr beliebt. Insgesamt geht der Fleischkonsum in Deutschland leicht zurück. Beide verwiesen darauf, dass auf eine saubere und artgerechte Aufzucht der Schlachttiere sehr geachtet wird. Unregelmäßigkeiten werden heute sofort wahr genommen.
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