Geld für schnelles Surfen

Die drei Bürgermeister Hans Prechtl (Stulln), Manfred Rodde (Schwarzenfeld) und Alois Böhm (Schwarzach; von links) besiegelten mit ihren Unterschriften die interkommunale Zusammenarbeit beim Breitbandausbau. Breitbandpate Alexander Schmid (stehend) assistierte bei der Unterzeichnung. Bild: Dobler
Lokales
Schwarzenfeld
07.02.2015
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Noch vor ein paar Jahren konnte man an einer Hand abzählen, wer einen Internetanschluss besitzt. Jetzt geht es darum, wer den schnellsten hat. In dieser Frage arbeiten die drei Orte der Verwaltungsmeinschaft zusammen. Unterschriften haben dies nun bekräftigt. Dabei geht es auch zum viel Geld.

Der Markt Schwarzenfeld, die Gemeinde Stulln sowie die Gemeinde Schwarzach kooperieren beim Breitbandausbau. Die Bürgermeister der Gemeinde haben am Freitag im Beisein von Breitbandpaten Alexander Schmid einen "Kooperationsvertrag DSL" zur interkommunalen Zusammenarbeit unterzeichnet, um den Breitbandausbau weiter zu fördern und die staatlichen Mittel optimal zu nutzen. Wie der Stullner Bürgermeister Hans Prechtl erläuterte, der sich beruflich sehr intensiv mit dem Thema kommunaler Breitbandausbau auseinandersetzen muss, erhalten die Gemeinden gemäß der Breitbandrichtlinie der Bayerischen Staatsregierung vom Juli 2014 durch eine interkommunale Zusammenarbeit beim Breitbandausbau zusätzliche Fördermittel. Sie betragen, nach Ausschöpfung des Förderhöchstbetrages, weitere 50 000 Euro je Gemeinde.

Hohe Fördersummen

Dem Markt Schwarzenfeld stehen für den Breitbandausbau 730 000 Euro, der Gemeinde Stulln 670 000 Euro sowie der Gemeinde Schwarzach b. Nabburg 840 000 Euro an Fördermitteln zu Verfügung. Die Summen haben nichts mit der Einwohnerzahl, sondern mit der Gemeindegebietsgröße und der Finanzkraft der Kommune zu tun.

Bei einem kleinen Vergleich der Übertragungsgeschwindigkeiten bei den verschiedenen Nutzern zeigte sich, dass Stulln derzeit die Nase vorn hat. Hans Prechtl sprach von 30 bis 50 Mbit im Ortskern. Probleme gebe es aber in Ortsteilen wie Brensdorf oder Säulnhof. Der Schwarzenfelder Bürgermeister Manfred Rodde berichtete, im Markt gebe es eine Bandbreite zwischen einem und 50 Mbit ("mittlere Qualität"), wobei er selbst mit 3 Mbit im Netz unterwegs sei. Für Schwarzach sprach Bürgermeister Alois Böhm von bis zu 6 Mbit, wobei ihm privat nur 0,3 Mbit zur Verfügung stünden. "Mit einem Stick komme ich auf 7 Mbit", ergänzte er schmunzelnd. Ein Ortsteil wie Altfalter habe derzeit "so gut wie keine Breitbandanbindung".

Hans Prechtl bedauerte, dass der Breitbandausbau auf die Gemeinden übertragen wurde und nicht als Bundesaufgabe vorgenommen werde. "Wäre das bei der Einführung des Telefons auch so gehandhabt worden, hätten einige Almbauern heute noch immer keinen Anschluss", versinnbildlichte er das Problem. Laut Alexander Schmid befanden sich die Gemeinden bis diese Woche im Markterkundungs-Verfahren. Nach Auswertung der Ergebnisse der Markterkundung werde das Förderverfahren gemäß der Breitbandrichtlinie fortgeführt.
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