Generalprobe für "Die Holnsteiner" als letzter Kraftakt vor der Premiere am morgigen Freitag
"Schlaflose Nächte sind jetzt vorbei"

Stilsicher, der Zeit entsprechend gekleidet, sind die Darsteller im "Holnsteiner"-Festspiel. Die drei Akte spannen einen Bogen von der Zeit um 1723 über die 1830er Jahre bis hin zur Reichsgründung 1871 und dem Tod Ludwigs II. 1886. Bild: Götz
Lokales
Schwarzenfeld
07.10.2015
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Die "Hoheiten" samt Gefolge sind bereits eingetroffen. Nicht ganz unbemerkt wie sich am Dienstagabend im Jugendheim zeigte. Zur Generalprobe meldeten "Die Holnsteiner" ein nahezu volles Haus. Am Freitag, 20 Uhr, feiert das historische Festspiel zum 1000-Jährigen Premiere.

Damit steuert die Marktgemeinde nach vielen gelungenen Veranstaltungen, unter anderem der Kirchweih mit dem bemerkenswerten Festzug Anfang September, auf einen weiteren Höhepunkt des Geburtstagsjahres zu. Ein Glanzpunkt wird es ohne Zweifel, das versprach bereits die Generalprobe. Lisa Wilhelm - sie ist die Mutter des Festspiels, denn sie hatte die Idee dazu - ist am Dienstagabend angetan. Ihre ambitionierte Rechnung ist voll aufgegangen.

Helga Katrin Stano verfasste ein Stück, das im Festspielgeschehen des Landkreises ein Novum darstellt. Den roten Faden von "Die Holnsteiner - von Dame, König und Rossober" bilden, der Titel verrät es bereits, die Grafen von Holnstein. Die drei Akte allerdings sind in sich abgeschlossene Handlungen zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlichen Akteuren. Natürlich gibt es die jeweiligen Protagonisten ihrer Zeit, Kurfürst Karl-Albrecht (Alexander Spitzer) und Erzherzogin Maria Amalie (Gabi Wittleben), Karl-Theodor von Holnstein (Gerhard Peter) und Karoline von Spiering (Julia Ziermeier), Max (Stefan Neubauer) und Maximiliane (Regina Pflamminger) von Holnstein so wie den Märchenkönig Ludwig II. (Julius Prüfling).

Und der König, soviel darf verraten werden, ist ein Traum. In eine Traumwelt tauchen aber auch die Zuschauer ein. Sie werden versetzt ist eine andere Zeit und ins höfische Leben mit viel Etikette, wozu Bühnenbild und Live-Musik von Michael Koch, Karin Mooshammer und dem Bläserensemble "i-Tüpferl" einen entscheidenden Beitrag leisten. Die Requisiten sind spärlich, aber Technik verwandelt die schnöde Bühne unter anderem in einen Ballsaal. Wenn da nicht die Diener, Kammerzofen und Schwarzenfelder Bürger wären, die das einfache Volk (Publikum) wieder dahin zurückholen, wo es hingehört.

Nach rund 70 Proben durften die Darsteller auf der Bühne befreit aufatmen und Regisseurin Jutta Bollwein sagte : "Ich bin jetzt ganz ruhig. Die schlaflosen Nächte sind vorbei." Die Zweifel, ob die Ansprüche nicht zu hoch geschraubt sind, ob die gesteckten Ziele erfüllt werden können. Natürlich, ein paar Hänger im Text gab es bei dem einen oder anderen. Co-Regisseur Hans Prüfling fiel noch einiges auf, dass nicht so ganz passte, aber: Theaterleute, ob Profis oder Laien, sind abergläubisch. Läuft die Generalprobe nicht wie am Schnürchen, gelingt die Premiere umso besser. Darauf freute sich am Dienstag bereits ein Generalproben-Gast: "Mir gefällt es so gut, dass ich mir das Stück am Freitag gleich wieder anschauen kann."

Die ersten Aufführungen sind bereits ausverkauft. Restkarten gibt es noch für 16., 17. und 18. Oktober.
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