Geschenk für einen Bischof

Gesanglich gab der Bergchor "St. Barbara" unter der Leitung von Herbert Reger eine Liebeserklärung an die Heimat Schwarzenfeld ab.
Lokales
Schwarzenfeld
18.04.2015
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Am Beginn der schriftlich belegten Geschichte Schwarzenfelds steht eine Kaiserurkunde aus dem Jahr 1015. Sie bildete die Grundlage für den Vortrag "1000 Jahre Schwarzenfeld" des Historikers Alois Schmid. Zu den Zuhörern gehörte der frühere Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Am 17. April 1015 stellte Kaiser Heinrich II., der Heilige, für das neue Bistum Bamberg eine Urkunde aus, mit der er diesem Bistum die Örtlichkeit Schwarzenfeld schenkte. "Natürlich wurde im Jahr 1015 Schwarzenfeld nicht gegründet, sondern es tritt lediglich in das Licht der schriftlich belegten Geschichte", verdeutlichte Schmid.

Die Schenkungsurkunde mit dem Ortsnamen "Suarzinvelt" (Schwarzenfeld) ist laut Schmid ein "höchstrangiges Quellendokument" und existiert noch im Original. Es ist darin von bebautem und noch nicht kultiviertem Land die Rede, auf dem mehrere Anwesen mit mehreren Gebäuden stehen.

Die Menschen, die dort lebten, bewirtschafteten Wälder, Wiesen, Weiden, stehende und fließende Gewässer, Fischteiche und Mühlen. "Ohne Zweifel handelt es sich um eine Mehrzahl von Bauernanwesen und Gewerbebetrieben, die um einen Haupthof oder einen Herrenhof gruppiert und diesem zugeordnet sind", präzisierte Schmid. Mittelpunkt war das namengebende Schwarzenfeld. Zu Schenkung gehörte damals aber auch ein Weilindorf, das Schmid als Wölsendorf identifizierte; zugehörig waren überdies vermutlich Fronhof und Altendorf.

Zusammenfassend formulierte der Experte: "Der Kaiser übereignete seiner Lieblingsstiftung Bamberg einen bedeutenden Besitzkomplex, zu dem mehrere, wirtschaftlich unterschiedlich ausgerichtete Bauernwesen um den Mittelpunkt Schwarzenfeld gehörten." Sie alle hatten dem Bischof in Bamberg Abgaben zu leisten - in Naturalien oder Geld.

An wichtiger Altstraße

Warum Heinrich II. damals an das Bamberger Bistum recht viel Land spendete, hatte laut Schmid damit zu tun, dass der machtbewusste Herrscher eine Neuorganisation der Reichsverwaltung anstrebte - und dabei mehr auf die Mitarbeit der erbenlosen Kleriker setzte als auf den eigensüchtigen Adel: "Der Bischof von Bamberg sollte hoheitliche Aufgaben übernehmen und wurde mit Schwarzenfeld dafür entschädigt." Überdies hatte das Land vorher einem rebellischen Grafen (Heinrich von Schweinfurt) gehört, den der Kaiser damit schwächen konnte.

Schmid führte aus, dass sich der Name Schwarzenfeld vermutlich davon ableite, dass sich die kleine Siedlung an der Einmündung der Schwarzach befand. Da der Ort an der damals wichtigsten Altstraße lag, die von Regensburg nach Norden führte, rechnet Schmid, dass es schon vor der Jahrtausendwende eine kleine Ursiedlung gegeben habe.

Östlich von Schwarzenfeld befand sich Urwald, also unerschlossenes Kolonisationsgebiet - so war der Ort also vermutlich Teil der Grenz- und Erschließungspolitik seit der Karolingerzeit, meinte der Historiker - mit der Naab als Ostgrenze und Schwarzenfeld als einer von mehrere Grenz-Zwischenstationen (wie Premberg oder Nabburg und Schwandorf). 1015 erfolgte sozusagen die herrschaftliche Aufwertung der Siedlung, die einen Kreuzungspunkt wichtiger Fernstraßen darstellte - denn hier nahm die Fernstraße an der Schwarzach entlang in den böhmischen Kessel hinein ihren Ausgangspunkt, hier wurde der Grenzfluss Naab überschritten.

Weg nach Böhmen

Die Schwarzachlinie wurde von den verschiedenen Wegen nach Böhmen die wichtigste: "Die Schenkung von 1015 ist auch in diesem Zusammenhang zu sehen." Weitere Schenkungen weiter östlich folgten. "Offensichtlich dachte der kaiserliche Schenker dem Bamberger Bischof die Aufgabe zu, für die Stabilisierung dieses Tores nach Böhmen entlang der Schwarzach tätig zu werden."
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