Große Brände, schnelle Truppe

Lokales
Schwarzenfeld
26.05.2015
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Brandmeister Rudi Mehrl zeigte in einer Führung durch den Markt die Bedeutung der Feuerwehr auf. Anlass für die Veranstaltung war die 1000-Jahr-Feier des Marktes. Dabei war auch von ursprünglichem Misstrauen die Rede.

Markträte und andere Interessierte trafen sich im neuen Feuerwehrhaus, um die neuartige Führung der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenfeld mitzumachen. Am jeweiligen Ort wurden Ereignisse angesprochen, die speziell die Entwicklung der Feuerwehr des Marktes betrafen. Immerhin ist im nächsten Jahr das 150-jährige Jubiläum der Feuerwehr in Schwarzenfeld.

Brandmeister Rudi Mehrl erläuterte auf einem etwa zwei Kilometer langen Rundweg durch den Ortskern die Organisation der Wehren, zeigte die Standorte der drei früheren Feuerwehrhäuser auf und erläuterte Anschaffung und Funktion wichtiger Geräte zur Eindämmung von Bränden.

Turbulente Zeiten

Inmitten seiner etlichen, interessierten Zuhörer waren auch der Zweite und Dritte Bürgermeister von Schwarzenfeld, Peter Neumeier und Gerhard Peter. 1866 wurde laut Mehrl die "Unorganisierte Feuerwehr" als Hilfstruppe gegründet. 1874 fand dann die Gründung der "Freiwilligen Feuerwehr Schwarzenfeld" statt, was eine Stabilisierung des Ansehens der Truppe bedeutete. Mehrl wies auch auf weitere für den Markt wichtige Entwicklungen im Zeitalter der Industrialisierung hin. So auf den ersten Eisenbahnzug, der 1863 in Richtung Nabburg dampfte, auf die Telegraphenstation, die ab 1864 auch private Nachrichten sendete, und das Telefon, das ab 1883 im Ort gebräuchlich wurde.

Im gleichen Jahr nahm das erste Feuerwehrhaus seine Funktion auf. Brände, die früher (Pfarrkirche 1707) beträchtliche Schäden anrichteten, konnten jetzt effektiv bekämpft werden. Der Großbrand im Bereich "Schlossstraße" 1887 hätte ohne Wirken der organisierten Feuerwehr kaum bekämpft werden können.

Brandmeister Mehrl ging auch auf die Organisation der Feuerwehr und die Qualität der Feuerlöschgeräte ein. Dass der Kommandant ganz demokratisch von der Mannschaft gewählt wurde, erzeugte im deutschen Kaiserreich einiges Misstrauen. Dass die Geräte dauernd besser wurden und im zweiten Feuerwehrhaus ab 1894 genauer gewartet werden konnten, wirkte sich sofort positiv aus.

Der Weg von Handarbeit zur Motorspritze, zum speziell ausgerüsteten Auto, zur Schutzkleidung und zum Helm war lang. Etliche Male musste die Schwarzenfelder Feuerwehr ihr Können beweisen.

1969 ging das dritte Feuerwehrhaus in Betrieb. Es wurde 2013 vom vierten Feuerwehrhaus abgelöst, das jetzt genügend Platz für Geräte und Besatzungen bietet.

Als das Schloss brannte

Die wohl schlimmste Katastrophe war der Schlossbrand von 1982, den Rudi Mehrl vor dem Schloss als letzten Programmpunkt seines Rundgangs besprach.

Als Resümee lässt sich festhalten, dass die Feuerwehr für Hab, Gut und Leben der Einwohner von Schwarzenfeld die nötige Sicherheit vermittelt hat und vermitteln wird. Die hochinteressante Führung soll gemäß dem zweiten Bürgermeister in Bälde für die Öffentlichkeit als Institution eingerichtet werden.
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