Große Mehrheit für Rekord-Etat

Lokales
Schwarzenfeld
26.03.2015
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Der Haushalt des Marktes hat in diesem Jahr ein Rekordvolumen von annähernd 20 Millionen Euro. Etwa ein Viertel davon steht für Investitionen zur Verfügung. Im Marktrat stieß das vorgelegte Zahlenwerk auf große Zustimmung - mit einer Ausnahme.

Trotz des in der Markt-Geschichte noch nie dagewesenen Volumens wird der Markt heuer ohne neue Kredite auskommen und seine Schulden um rund 408 000 Euro abbauen. Dadurch sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung auf 401 Euro. Der Landesschnitt vergleichbarer Kommunen liegt bei 770 Euro. Für Investitionen greift der Markt in diesem Jahr unter anderem auf sein "Erspartes" zurück und wird rund 1,96 Millionen Euro aus der allgemeinen Rücklage entnehmen.

Positive Entwicklung

Kämmerer Thomas Krapf präsentierte dem Gremium zunächst für den Markt positive Zahlen: Die Gewerbesteuer sprudelt und lässt auch in diesem Jahr mehr in die Kasse fließen. Ein Plus gibt es auch bei der Beteiligung an der Einkommensteuer - der größten Einnahmequelle des Marktes - und bei den staatlichen Schlüsselzuweisungen. Das Geld, das durch Gebühren - zum Beispiel für Wasser und Kanal - in die kommunale Kasse kommt, ist genauso hoch angesetzt wie im Vorjahr. Erhöhungen sind also im Etat nicht vorgesehen. Das führt unter dem Strich zu einem Verwaltungshaushalt für den laufenden Betrieb in Höhe von 13 580 600 Euro.

Der Vermögenshaushalt, der vor allem für Investitionen des Marktes zur Verfügung steht, hat ein Volumen von 5 823 700 Euro. Knapp 5 Millionen davon wird die Kommune für Baumaßnahmen und den Vermögenserwerb - hauptsächlich Grundstückskäufe - ausgeben. Das finanziert er hauptsächlich durch die Zuführung vom Verwaltungshaushalt (1 146 450 Euro) und durch eine Rücklagenentnahme in Höhe von 1 956 850 Euro. Dadurch wird das "Sparkonto" des Marktes zum Jahresende auf 2 191 528 Euro schrumpfen.

Unter dem Strich ein deutliches Plus von 334 200 Euro ist bei der Abwasserbeseitigung eingerechnet. Um diese Summe übersteigen die Einnahmen für den Kanal die Ausgaben. Das Geld wird einer Sonderrücklage zugeführt. Da in den nächsten Jahren einige Kanalsanierungen anstehen werden, wird sich dieser "Sparstrumpf" aber bald wieder schmälern. In den nächsten Jahren könnten außerdem deutlich höhere Gebühren auf die Bürger zukommen. Der Grund: Wie Bürgermeister Manfred Rodde sagte, plant der Milchhof den Bau einer eigenen Kläranlage. Beim Friedhofswesen und der Wasserversorgung rechnet der Markt heuer mit Defiziten in Höhe von 22 300, beziehungsweise 310 000 Euro. Dieses Minus wird ebenfalls aus dafür gebildeten Sonderrücklagen ausgeglichen.

Weniger Schulden

Der Schuldenstand verringert sich durch die in diesem Jahr vorgesehene Tilgung von 408 650 Euro zum Jahresende auf 2 509 823 Euro. Kämmerer Krapf rechnete das Guthaben der Kommune in den Rücklagen dagegen und kam zu den Fazit: "Eigentlich sind wir schuldenfrei".

Viel geplant

Ein Blick in die Zukunft: In den Jahren 2016 und 2017 sind laut dem kommunalen Kassenwart Kreditaufnahmen in Höhe von 2,3 und 1,2 Millionen Euro geplant. Ob, und in welcher Höhe sie in Anspruch genommen werden, werde sich zum Jahresende zeigen, wenn der Etat für das kommende Jahr ausgearbeitet wird. Auch die Rücklagen werden weiter schmelzen - wenn die in den nächsten Jahren vorgesehenen Investitionen zum Zuge kommen. Darunter fallen zum Beispiel ein neues Feuerwehr-Fahrzeug, die Sanierung der Schule, der Breitbandausbau, Maßnahmen im Gewerbegebiet West sowie der Bau eines neuen Brunnens.

Nach Ausführungen von Bürgermeister Manfred Rodde und einer Stellungnahme von Peter Neumeier zum Etat im Namen der Überparteilichen Wählergruppe verabschiedete der Marktrat das Zahlenwerk mit 18:1 Stimmen.

Eine Gegenstimme

Nur Manfred Müller verweigerte seine Zustimmung. Ihm war die Vorwegumlage des Marktes an die Verwaltungsgemeinschaft in Höhe von 30 000 Euro ein Dorn im Auge. Obwohl Schwarzenfeld bereits eine höhere Umlage als die beiden anderen Mitgliedsgemeinden Stulln und Schwarzach zahle, entrichte der Markt zusätzlich besagte Vorwegumlage in Höhe von 30 000 Euro. "Die Gründe dafür kann ich nicht nachvollziehen", machte Müller seine Ablehnung des Haushalts deutlich.
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