Großes Ziel: Nase voll!

Unter den gestrengen Augen der Schiedsrichter und den Anfeuerungen der Fans im Saal stopften die Schnupfer auf der Bühne, was das Zeug hielt.
Lokales
Schwarzenfeld
13.10.2015
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Wer hat die Nase am schnellsten voll? Dass dies innerhalb von 60 Sekunden zu geschehen hat, war bei der Deutschen Schnupfer-Meisterschaft, die vom Schwarzenfelder Club in der 48. Folge ausgerichtet wurde, jedem Schmalzlerfreund klar.

"Schnupfer fertig machen, Dose öffnen und Achtung - fertig - los", hallte das Kommando des Zeitnehmers durch die Sportparkhalle, in der diesmal eine außergewöhnliche Sportart ausgeübt wurde.

Im Auftrag des Schnupferverbandes Deutschland hatte der Schwarzenfelder Traditionsverein am Wochenende die Ehre, den Wettkampf mit über 30 Mannschaften auszurichten. Dem abendlichen Programm mit dem Wettkampf als wichtigsten Punkt ging ein Festzug durch den Markt voraus. Musikalisch angeführt durch die Schwarzenfelder Musikanten zogen die Fahnenabordnungen mit den teilnehmenden Mannschaften in die Festhalle ein.

"Schnupfen hat Zukunft"

"Schnupfen war bei mir schon durch meinen Vater in der Familie zu Hause", spannte Schirmherr Alois Gsödl den Bogen hin zur traditionsreichen, altbayerischen Lieblingsbeschäftigung. Er betonte, dass es ihm gerade als Musikant ein Anliegen sei, alte Werte zu bewahren und die Pflege der Bräuche zu unterstützen. Als "weltbekannte Musikanten" grüßte er seine Musikerkollegen, die ja schließlich auch schon die Schnupfer-Weltmeisterschaft umrahmen durften.

Lob und Anerkennung hatte Zweiter Bürgermeister Peter Neumeier für die Organisatoren parat, denen der Markt zum Großereignis finanzielle Unterstützung zukommen ließ. Landratsstellvertreter Jakob Scharf war mit seinem Ausruf "Schnupfen hat Zukunft" verständlicherweise der Applaus der zahlreich anwesenden "Extremsportler" sicher.

Aus ganz Deutschland und aus Österreich waren die Gäste angereist, die Schnupfer-Vorstand Sepp Stangl willkommen heißen konnte. Dem Präsidenten des internationalen und deutschen Schnupferverbandes, Alfons Lechler, galt sein besonderer Gruß. Diesem wurde dabei eine freudige Überraschung zuteil: Seit genau 40 Jahren übt Lechler sein Amt aus und wurde dafür mit einer Ehrentafel ausgezeichnet. Mit der amtierenden Weltmeisterin Bettina Winkler aus Dechendorf, dem aktuellen Weltmeister aus dem gleichen Verein, Christian Knauer, und der deutschen Meisterin Bettina Ochs aus Latsch waren hochkarätige Schnupfer-Asse zu Gast.

Bloß nicht niesen

Erfreulich nicht nur für die Veranstalter war die Tatsache, dass sich diverse Vereine aus der Region und dem Markt Schwarzenfeld am Festzug und sogar am Wettkampf beteiligten. Die Klänge der Nationalhymne geleiteten den Schnupfer-Nachwuchs und gestandene Titelträger mit der Deutschlandfahne zum Podium.

"Schnupfer, fertig machen!", erschallte die Aufforderung für den Wettkampfbeginn und schon wurde gestopft, nicht geschnupft, was das Zeug hielt. Schaufeln, schaufeln und bloß nicht niesen, lautet das Gesetz der "Nasen-Athleten." Dann zählte jedes zehntel Gramm, das in der Nase, respektive dem Gesicht hängen blieb.

Letztlich hatte wiederum bei den Damen Bettina Winkler aus Dechendorf mit einer Menge von 4936 Gramm "die Nase vorne" und verteidigt damit ihren bestehenden Titel. Bei den Herren schaffte es Heinrich Kugler aus Meilenhofen, binnen sechzig Sekunden 4993 Gramm in das Riechorgan zu befördern.

Der erfolgreichste Schwarzenfelder heißt Hans Kick und landete mit 4802 Gramm auf dem 52. Platz - von 149 Teilnehmern; bei den Damen war es Anja Weiss von den Naabtal-Schnupfern mit 4012 Gramm (19. Platz bei 34 Schnupferinnen). Musikant Andreas Matzke schaffte als prominenter Schnupfer gar 3275 Gramm und erhielt dafür gebührenden Applaus.

In der Rangliste der Mannschaften sind die Naabtalschnupfer Schwarzenfeld nun aktuell mit dem 23. Platz mit einem geringen Vorsprung vor dem Schnupferclub Schwarzenfeld (Rang 24) zu finden.
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