Großinvestor springt wieder ab

Die Max-Planck-Straße führt bei Kögl einige Meter in das Gewebegebiet West. Sie soll jetzt Richtung Ohmstraße verlängert werden. Bild: Dobler
Lokales
Schwarzenfeld
25.04.2015
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Im Rathaus hatte man sich so gefreut, dass die freien Flächen im Gewerbegebiet West auf einen Schlag verkauft wären. Aber dann sprang der Großinvestor plötzlich ab. Jetzt müssen wieder kleinere Brötchen gebacken werden.

Von einem Speditions-Unternehmen aus dem Landkreis Schwandorf war vor geraumer Zeit die Rede, das sich nach Schwarzenfeld verlagern wollte, um näher an der Autobahn zu sein. Dieser Betrieb hätte alle acht freien Hektar Fläche gebraucht, die unerschlossen hinter dem Vereinsgelände der Schützengilde "Kleeblatt" Frotzersricht liegt, also im Bereich des sogenannten "Kellerwirtsbergs". Möglicherweise gab es sogar noch einen zweiten Interessenten für das gesamte Gebiet. Eine Äußerung während der Sitzung des Marktrates ließ darauf schließen.

Solange die Verwaltung und der Marktrat in guter Hoffnung waren, das Areal als einen großen Brocken los zu werden, ruhte der Überplanungsauftrag, der im Juli 2011 dem Amberger Büro Seuss Ingenieure erteilt wurde. Mit der schlechten Nachricht vom Ende letzten Jahres, dass der Verkauf an den Großinvestor hinfällig ist, kamen die Planer wieder ins Spiel. "Es gibt Interessenten, die im Markt gewerbliche Bauparzellen erwerben wollen", sagte Bürgermeister Manfred Rodde; sie würden Flächen bis zu einem Hektar Größe suchen.

Straße verlängern

Nun ging es darum, was mit dem Stummel der Max-Planck-Straße geschehen soll, den es im Gewerbegebiet West gibt. Er zweigt bei Kögl von der Staatsstraße 2151 ab und führt ein paar Meter in das unbebaute Areal hinein. Planer Wilhelm Fick schlug vor, die Straße zu verlängern und mit der Ohmstraße zu verbinden, an der bereits zahlreiche Firmen angesiedelt sind. Um die acht Hektar Brachfläche weiter zu erschließen, schlug Fick Stichstraßen vor.

Sitzung unterbrochen

Weil das Ganze recht teuer und vermutlich mit 1,2 bis 2 Millionen Euro zu Buche schlagen wird, zeigte sich Karlheinz Dausch von den Siedlern vor den Kopf gestoßen. "Wir hätten gerne im Vorfeld mehr Infos dazu gehabt", ärgerte er sich und erzwang eine zehnminütige Sitzungsunterbrechung, damit sich die Gruppe der Freien Wähler beraten konnte. Als man wieder im Sitzungssaal erschien hatte sich der Grant gelegt. "Wir sind mit dem Vorschlag einverstanden", signalisierte Dausch der Verwaltung und dem Planer Zustimmung. So können jetzt weitere Detailplanungen erfolgen. Planerische Gedanken ließ der Rat auch zum Wohngebiet Schwarzenfeld Süd ausarbeiten. Architekt Thomas Wein aus Schwandorf hatte die Aufgabe übernommen, den bisherigen Bebauungsplan zu überarbeiten. Er erschien den Verantwortlichen nicht mehr zeitgemäß, besonders mit Blick auf energiesparendes Bauen und dem Schaffen von zusätzlichem Wohnraum in den Häusern.

Gefahr von Hochwasser

Das Wohngebiet liegt östlich des Deiselkühner Wegs, in Richtung Naab. Und das ist auch schon das Hauptproblem, denn der Fluss tritt hin und wieder über seine Ufer und so ist das Gebiet gerade im Fall eines sogenannten Jahrhunderthochwassers extrem überschwemmungsgefährdet. "Von den 100 Bauparzellen von Schwarzenfeld Süd sind noch 23 frei - und die liegen alle im berechneten Überschwemmungsbereich", klärte Wein auf.

Wein regte an, dass anders als im alten Bebauungsplan keine generelle Höhenfestlegung auf 361,5 Meter über Normalnull für die Grundstücke festgeschrieben werde - daran habe sich eh kaum jemand gehalten. Das Auffüllvolumen sollte variabel sein, wobei die Höhenmeter dem Plan des Wasserwirtschaftsamts entnommen werden können.

Außerdem müssten künftige Bauherren nicht das ganze Grundstück auffüllen, sondern nur die Zufahrt und die Stelle, wo Haus und Garage stehen werden. Klar zu machen sei aber, dass jeder, der dort bauen will, eine wasserrechtliche Genehmigung brauche und ein Ausgleichsvolumen vorweisen muss, wohin Überschwemmungs-Wasser abfließen kann.
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