Heiße Themen, heiße Debatte

Die beiden Siedlermarkträte Hans-Peter Hierl und Karlheinz Dausch (hinten, von rechts) machten beim Politischen Aschermittwoch der Siedler aus ihrem kommunalpolitischen Herzen keine Mördergrube. Bild: mab
Lokales
Schwarzenfeld
21.02.2015
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Wirtshausdiskurs, Humor und geselliger Meinungsaustausch, so soll ein politischer Aschermittwoch sein. Darüber waren sich die Teilnehmer des Siedler-Aschermittwochs einig und warfen die Frage auf, ob so ein Fastenbeginn nicht vereins- und parteiübergreifend als künftige große Veranstaltung im Markt möglich wäre.

Während sich in Passau, in Vilshofen oder auch in den anderen großen Zentren der Aschermittwochveranstaltungen die zahlreichen Besucher einem Redeschwall der Spitzenpolitiker ergeben mussten, hieß es im Schwarzenfelder Siedlerheim im wahrsten Sinne des Wortes "Jetzt red i".

Zwar hatten die beiden Siedlermarkträte Hans-Peter Hierl und Karlheinz Dausch ihr Redekonzept im Kopf oder in der Tasche, aber schon bei einleitenden Begrüßungsworten nahmen die etwa vierzig überwiegend männlichen Besucher die Aufforderung zur regen Diskussion wörtlich. Nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als neuer Siedlervorsitzender begrüßte Hans-Peter Hierl "seine" Mitglieder, unter denen auch junge Häuslbauer des Floragebietes auszumachen waren.

Schneller als erwartet, wurden die beiden politischen Vertreter der Siedler in die gegenwärtige Situation der kommunalen Politik mit zahlreichen Wortbeiträgen katapultiert. "Froh" sei man über das erreichte Ziel mit drei Mandaten im Marktrat, informierte Hierl die Gäste, unter denen sich drei Markträte und Zweiter Bürgermeister Peter Neumeier befand. Zunächst galt es, Situationsanalyse zu betreiben und brisante Themen, wie Elektrifizierung der Bahnstrecke, Miesbergalle oder auch Areal Brauerei Bauer - teils gegensätzlich in den Auffassungen - zu diskutieren.

"Informierter Bürger" fehlt

"Ich hab mir für heute Abend mein Skript vom Aschermittwoch 2014 ausgedruckt und musste feststellen, dass dieses Konzept nahezu deckungsgleich auch für heute passt" kritisierte Marktrat Dausch die vielen ungelösten Problembereiche im Markt. "Miesbergalle, Parkmoral im Innenbereich, Geschäftsleerstand und vieles mehr, es hat sich nichts geändert", resümierte der Redner.

"Wie hat euch die Bürgerversammlung im letzten Jahr gefallen und was haltet ihr von der Informationsschrift des Marktes, dem 'Informierten Bürger' im gegenwärtigen Jubiläumsjahr?," fragte er ironisch in die Runde und kritisierte dabei die seines Erachtens vorherrschende, mangelnde Informationspolitik. Zufriedene Gesichter machten sich breit, als Dausch darüber informierte, dass nach seinen Erkenntnissen das Katholische Jugendheim auch künftig trotz Eigentümerwechsel als gastronomischer Betrieb weitergeführt wird.

Geradezu hitzig, aber dennoch sachlich, entwickelte sich die Debatte um die Zukunft der kommunalen Kläranlage mit Option einer eigenen Aufbereitung durch den Milchhof. Immer wieder zu hören, aber auch verständlich die Sorge um steigende Gebühren, bei den teils aufgebrachten Besuchern. "Gewinne bei Wasser und Kanal, wo gibt's denn so etwas?", meldete sich Josef Maier zu Wort und brachte seinen Unmut über die daraus resultierende steuerliche Belastung vor.

"Nicht kleckern, sondern klotzen", dazu riet geradezu beschwörend ein rüstiger Siedlersenior, als es um die Frage der Gestaltung der Miesbergallee ging. Natürlich wurden auch Themen der kirchlichen Gemeinde nicht ausgespart. Einen kräftigen Applaus zog die Anmerkung zu Planungen in Bezug auf Pfarrhaus und gewünschtem Pfarrzentrum nach sich: "Sind wir froh, einen Pfarrer zu haben, der etwas anpackt," so die klare Ansage.
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