"Honig im Kopf" ist nicht süß

Mit kleinen Hinweiszetteln kann man sich in einem gewissen Stadium der Demenz noch einigermaßen im Alltag orientieren. Bild: dpa
Lokales
Schwarzenfeld
07.03.2015
1
0

Die amerikanische Schauspielerin Julianne Moore hat für die Darstellung einer Frau, bei der beginnende Demenz festgestellt wird, kürzlich einen "Oscar" bekommen. Das Thema ist also in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Es kann jeden treffen, ob den ehemaligen Tierarzt in Til Schweigers Spielfilm "Honig im Kopf", die Literatin in Richard Eyres "Iris" oder die eigene Mutter in David Sievekings fesselnder Doku "Vergiß mein nicht". So hat sich nun auch der Bauernverband des Problems angenommen und Diplom-Sozialpädagogin Petra Ihring vom Caritasverband Schwandorf zu einem gut besuchten Vortrag eingeladen. Sie sprach im Katholischen Jugendheim am Miesberg.

Bei Demenz ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Heute sind verschiedene Ursachen von Demenzen geklärt; einige Formen können in gewissem Umfang behandelt werden, das heißt, die Symptome können im Anfangsstadium einer Demenz verzögert werden.

Die häufigste Ursache einer Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Die Alzheimer-Demenz tritt in der Regel erst jenseits des 60. Lebensjahres auf. Leitsymptom aller Demenz-Erkrankungen ist die Störung des Gedächtnisses, vor allem des Kurzzeitgedächtnisses. Die Vergesslichkeit ist zunächst etwas Normales. Oft ist zumindest in den Anfangsstadien die äußere Fassade der Person dabei gut erhalten, so dass die Gedächtnisstörungen im oberflächlichen Kontakt sehr gut überspielt werden können. Später verlieren sich länger zurückliegende Gedächtnisinhalte. Wenn die Demenz fortschreitet, treten auch andere Störungen der Hirnfunktion hinzu, wie zum Beispiel Wortfindungsstörungen, Rechenstörungen, Störungen der Raumwahrnehmung und starke Müdigkeit, so dass sich die Betroffenen häufig verlaufen.

Im weit fortgeschrittenen Stadium erkennen die Betroffenen schließlich nicht einmal ihre engsten Angehörigen wieder. Sie werden völlig apathisch, bettlägerig und inkontinent. Die Demenz schränkt die Lebenserwartung ein. Die Demenz selbst ist aber keine Todesursache, sondern die durch die Demenz begünstigten Erkrankungen.

"Gerade im Anfangsstadium der Erkrankung erkennen die Betroffenen ihre Defizite. Tätigkeiten, die leicht zu verrichten waren, werden zunehmend schwerer zu bewältigen. Einher geht die Angst, was aus einen werden soll", wusste die Referentin. Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht geben eine wichtige Hilfestellung. "Diese Verfügungen sollte man rechtzeitig und gegenseitig erstellen", so Petra Ihring.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.