In Mittelfranken macht man vor, wie Bürger von Ausbaubeiträgen entlastet werden
Wenn Straßen nichts kosten

Lokales
Schwarzenfeld
23.10.2015
26
0
"Bürgermeister Schuldenfrei", unter diesem Namen ist Jürgen Spahl, das Gemeindeoberhaupt des mittelfränkischen 7000-Seelen-Städtchens Rednitzhembach, bundesweit bekannt geworden. Dem parteilosen Bürgermeister ist Beachtliches gelungen: Seine Kommune ist seit 2003 raus aus den Miesen - obwohl seit 1992 weder Steuern noch Gebühren angehoben noch Leistungen zusammengestrichen wurden.

Das ist beeindruckend genug. Aber die Schwarzenfelder Siedler haben den Kommunalpolitiker nicht deswegen eingeladen. Die über 70 Zuhörer, die am Mittwoch ins Jugendheim gekommen sind, interessierten sich ganz ausdrücklich für den Straßenbau in Rednitzhembach - und warum es dort die Bürger nichts kostet, wenn Straßen saniert werden.

"Wir mussten sparen und haben deshalb umgehend mit der teuren Schlagloch-Stopferei aufgehört", erklärte Spahl. Stattdessen bekamen die 42 Kilometer Gemeindestraße eine komplett neue Oberfläche - Straßenzug um Straßenzug und anders als von Ingenieurbüros empfohlen. Denn Spahl verzichtete auf tiefschürfende Grabungen, ließ jeweils nur wenige Zentimeter Asphalt abfräsen und neu aufbringen. Und siehe da: "Diese Straßen halten 20 Jahre", versicherte der Bürgermeister. Und er steht mit seiner Einschätzung nicht allein da. Der ADAC sprach in einer Urkunde sogar von einem "Erfolgskonzept in der kommunalen Straßenerhaltung". Seitdem werden Deckschichten schon erneuert, wenn erst kleine Risse zu sehen sind. "So kann kein Wasser eindringen und im Winter alles kaputt machen."

Wenn man nur die vier Zentimeter dicke Asphaltdeckschicht der Fahrbahn erneuert und die darunter liegende Asphalttragschicht und die dicke Frostschutzschicht erhalten bleiben, falle die Maßnahme unter den Begriff Reparatur und müsse von der Kommune bezahlt werden, nicht von den Anliegern.

Das Vorgehen berge auch gravierende Vorteile für die Gemeinde, meinte Spahl, und zählte folgende Punkte auf: Kostenreduzierung, Entlastung der Verwaltung, Kostensicherheit, schnellerer Ausbau mit weniger Beeinträchtigungen, Rechtssicherheit - "und keine Widersprüche oder Klagen". (Infokasten)
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.