Initiative für mehr Tierwohl: Lebensmittelketten zahlen vier Cent pro verkauftem Kilogramm ...
Damit sich Schweine im Stall sauwohl fühlen

Isabella Timm-Guri.
Lokales
Schwarzenfeld
01.07.2015
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Die Initiative "Tierwohl" geht vom Handel aus. Sechs Lebensmittelketten verpflichten sich seit Anfang des Jahres, vier Cent pro verkauftes Kilogramm Fleisch und Wurst in einen Fonds einzuzahlen und damit die Schweinehalter zu unterstützen. "Damit erfahren zwölf Millionen Schweine in Deutschland mehr Tierwohl", rechnet Isabella Timm-Guri hoch. Die Direktorin des Bayerischen Bauernverbandes sprach am Montag bei einer Obmänner-Tagung im Jugendheim. Bundesweit wollten 4653 Betriebe mit 25 Millionen Schweinen an der Aktion teilnehmen, davon 467 in Bayern und 8 im Landkreis. Doch für so viele reicht das Budget von 200 Millionen Euro nicht aus. Deshalb musste das Los entscheiden. Aktuell bekommen in Deutschland 2142 Schweinezüchter Geld aus dem Fonds, wenn sie für die Tiere mehr Platz schaffen und sie artgerecht halten. In Bayern erhielten bisher 182 Betriebe eine Zusage, im Landkreis sind es 3.

BBV-Direktorin Isabella Timm-Guri sieht in der hohen Beteiligung ein Signal an Politik und Gesellschaft: "Unsere Bauern sind bereit, noch mehr Tierwohl in ihren Ställen umzusetzen, wenn die Mehrkosten ausgeglichen werden". Sie appelliert an die gesamte Lebensmittelbranche, sich noch stärker an der Initiative zu beteiligen, um auch die auf der Warteliste stehenden Schweinezüchter einbinden zu können. Ferner erwartet die Vertreterin des Bayerischen Bauernverbandes von den Verbrauchern, "dass sie das Engagement der Wirtschaft anerkennen und unterstützen". Kreisobmann Hans Wilhelm sieht die Landwirte "momentan nur noch in Abwehrhaltung". Die Arbeit der Bauern werde skandalisiert und schlecht geredet, ärgert sich der BBV-Funktionär. Er sieht seine Berufskollegen "wegen weniger schwarzer Schafe vorverurteilt und an den Pranger gestellt". Dabei kümmere sich der Bauer Tag für Tag um seine Tiere und schaue, "dass es ihnen gut geht". Wilhelm: "Die Tiere sind für uns zusammen mit dem Boden die wichtigste Geschäftsgrundlage". Den BBV-Obmännern macht die "derzeit miserable wirtschaftliche Situation" zu schaffen. Die Erzeugerpreise für Schweine- und Rindfleisch und für die Milch seien "im Keller".
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