Jagd "weder Sport noch Hobby"

Bei der Hegeschau wurden die abgelieferten Gehörne des erlegten Rehwildes ausgestellt, begutachtet und bewertet. Bild: ral
Lokales
Schwarzenfeld
21.04.2015
7
0

Mit der Hegeschau wurde in der Kreisgruppe Nabburg das Jagdjahr 2014/15 abgeschlossen. Kreisjagdfachberater Herbert Krauthahn bedauerte, dass es für manche Tierart keinen Lebensraum mehr gebe.

Die in der Kreisgruppe Nabburg zusammen geschlossenen Hegegemeinschaften Schwarzenfeld, Nabburg, Guteneck, Wernberg-Köblitz und Pfreimd trafen sich zur Hegeschau im Jugendheim Schwarzenfeld. Eingeleitet wurde die Versammlung musikalisch durch die Jagdhornbläser der Kreisgruppe Nabburg. Vorsitzender Alois Seegerer dankte der Hegegemeinschaft Schwarzenfeld unter Führung von Uwe Deeg für die vorbildliche Vorbereitung der Schau.

Abschusszahlen erfüllt

Kreisfachberater Herbert Krauthahn informierte die Jäger über die Situation im Bereich der Kreisgruppe und im gesamten Landkreis Schwandorf. Die Abschusszahlen beim Rehwild wurden im Bereich der Kreisgruppe innerhalb der Toleranzen erfüllt, sagte er. Von den Tieren wurde jedes Vierte im Straßenverkehr getötet oder verendete anderweitig. Die Rehpopulation sei im gesamten Landkreis Schwandorf gut. Rotwild gibt es im Bereich der Kreisgruppe nicht. "Die größten Probleme bereitet das Schwarzwild. Diese Population nimmt immer mehr zu, trotz erhöhtem Jagddruck", wusste Krauthann. Gerade die milden Winter der vergangenen drei Jahre hätten dem Schwarzwild gut getan. Im Bereich der Kreisgruppe wurden 29 Stück weniger erlegt als noch im Vorjahr, insgesamt waren es 273 Tiere. Im gesamten Landkreis wurden 1814 Wildschweine erlegt. Krauthahn legte anschließend noch die Zahlen vor für die Tiere, die nicht unter Abschusspflicht stehen. Die Situation der Hasen habe sich in den Revieren teilweise erholt. Allerdings kommen viele Hasen noch im Straßenverkehr ums Leben. Ein zunehmendes Problem für die Landwirte seien Graugänse und Kanadagänse - so wurden 8 Graugänse und 22 Kanadagänse erlegt. Von den Kormoranen wurden 98 Vögel erlegt. "Es ist sehr bedauerlich, dass es keine Rebhühner mehr gibt, es fehlt der Lebensraum", meinte Krauthahn.

Zum Thema Lebensraum passte der Vortrag des neuen Wildlebensraumberaters für die Oberpfalz, Balduin Schönberger aus Neunaigen. Der Beamte des Amtes für Landwirtschaft und Forsten in Amberg ist vom Landwirtschaftsministerium damit beauftragt, das neue Projekt zur Verbesserung des natürlichen Lebensraumes in der Oberpfalz zu betreuen. Er steht mit seinem fachmännischen Rat den Landwirten und der Jägerschaft zur Verfügung.

Landtagsabgeordneter Alexander Flierl, selbst Jäger und Vorsitzender der Kreisgruppe Oberviechtach, betonte die Wichtigkeit der Hegeschauen. Die Jagd sei kein Sport oder Hobby. Für das Amt für Landwirtschaft und Forsten stellte Alwin Kleber den Jägern das Schwerpunktthema des diesjährigen Verbissgutachtens vor. Besonders erfreulich sei die rege Teilnahme der Revierpächter und Jagdvorsteher bei der Erstellung der Gutachten.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.