Keine Angst vor Veränderung

Verlagskaufmann, Gemeindeprediger, Verleger: Der heute 44-jährige David Neufeld suchte in seinem Leben immer wieder neue Herausforderungen. Seinen Verlag gibt es zwischenzeitlich elf Jahre. Dort werden Bücher mit christlichen Themen und Bücher über das Leben von und mit Behinderten veröffentlicht - recht erfolgreich, wie Neufeld versichert, der sein Angebot bei Veranstaltungen auch schon mal selbst präsentiert. Bilder: Dobler (2)
Lokales
Schwarzenfeld
21.02.2015
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David Neufeld liebt Herausforderungen. Und zwar beruflich und familiär. 2004 hat er seine damalige Tätigkeit aufgegeben und einen Verlag gegründet. In diesen Jahren haben er und seine Frau auch zwei Kinder mit Down-Syndrom adoptiert. Das würden nicht viele wagen.

Die Neufelds aus der VdK-Straße sind eine außergewöhnliche Familie. Unter anderem deswegen, weil Carolin (40) und David Neufeld (44) zwei Jungen mit Down-Syndrom adoptiert haben. Sie haben sich damit deutlich gegen den Zeitgeist gestellt. "Aber wir wurden auch beschenkt", versichert David Neufeld mit Blick auf die lebenslustigen Buben, die jetzt 8 und 13 Jahre alt sind.

David Neufeld ist ein Verleger von Büchern mit christlichem Inhalt, dessen Unternehmen in Schwarzenfeld ansässig ist. Zu seinen schönsten Verlagsangeboten gehört ein Jahreskalender mit Porträts von Jungen und Mädchen mit Down-Syndrom, die mit ihrer fröhlichen und ungezwungenen Art die Betrachter in gute Laune versetzen.

"Genau das ist wichtig: Was habe ich für ein Bild im Kopf, wenn ich die Diagnose Down-Syndrom für das Kind bekomme?" David Neufeld will gute Bilder zeigen. Denn die weitaus meisten Eltern drängen in dieser Situation auf einen medizinischen Abbruch der Schwangerschaft. Dabei belege nicht nur der Kalender, sondern auch das Buch "Außergewöhnlich", das der Verlag herausgebracht hat - beide übrigens von Conny Wenk - dass diese Kinder eine Bereicherung für Familien sein können.

Beruflich gilt Neufelds Leidenschaft "dem Papier", wie er selbst sagt. Aus seinem früheren Leben als Prediger einer freikirchlichen Gemeinde hat er die Einstellung mitgebracht, den selbstgewählten Verlegerberuf "eher als Missionar denn als Kaufmann" zu betrachten. Der 44-Jährige sagt das mit einem Lächeln, denn er weiß natürlich zu gut, dass die ehrenvollste Einstellung nichts hilft, wenn die Zahlen nicht stimmen. Hier kommt ihm entgegen, dass er in den 1990er Jahren in Norddeutschland Verlagskaufmann gelernt und im einem Verlag und bei einer Zeitung auch entsprechende Erfahrungen gesammelt hat.

Grundsätzlich bewegt ihn die Frage "Wie kann man Glaube im Alltag leben?" Diese enge geistige Verknüpfung mit dem Religiösen kommt nicht von ungefähr. Neufelds Vater war Pastor, einer seiner Brüder ist es noch. Er selbst schwenkte nach der Zeit als Verlagskaufmann für sechseinhalb Jahre in die gleiche Richtung. "Damals suchte einen Gemeinde einen Prediger und ich wurde es - auch ohne Theologiestudium." Ein Mentor aus Ingolstadt habe ihn auf diesem Weg begleitet.

2004 dann ein erneuter Wechsel. Auch wenn er zugegebener Maßen damals "keine Ahnung vom Buchmachen" hatte, wurde der Neufeld-Verlag aus der Taufe gehoben. Mit Erfolg, wie die zurückliegenden elf Jahre zeigen. Ungefähr 130 Bücher sind seitdem erschienen, "mit denen wir uns im konfessionellen, christlichen Buchmarkt einen Namen gemacht haben".

Ein zweiter Schwerpunkt, auch das ist biografisch abzuleiten, sind Bücher über Menschen mit Behinderungen. Mit diesen Themen hat der Verlag sein Profil geschärft und seine Nische gefunden im Verdrängungswettbewerb des Buchmarkts.
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