Klangvoll ins Jubiläumsjahr

Lokales
Schwarzenfeld
05.01.2015
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Der Saal im Katholischen Jugendheim war voll, als die etwa 60 Musiker der Bläserphilharmonie Regensburg ihre Plätze einnahmen und Robert Sibich das Podium für den Dirigenten betrat. Es folgte ein Abend mit Klanggewittern und ruhigen Tönen.

Schwungvoll begannen die Trompeten mit rhythmischer Unterstützung der Pauken das Blechbläser-Stück "Dynamica" des belgischen Komponisten Jan van der Roost. Wie es der Titel ankündigte, war der gespielte erste Teil eine ruhelose, stets vorwärtsdrängende Tondichtung, die "Dynamik" sehr treffend verdeutlichte.

Ebenso mächtig und rhythmisch perfekt erklang die "Feuerwerksmusik" von Georg Friedrich Händel. Auch bei den anderen Stücken - hier aber ganz besonders - fiel der phänomenale Zusammenklang der Blasinstrumente auf. Wie eine überdimensionierte Orgel klangen sowohl die mächtigen langsamen Tonorgien wie auch die rasant dahingleitenden schnellen Tonbewegungen. Schärfsten Kontrast dazu bildete das "Andante cantabile" aus dem 1. Streichquartett D-Dur op. 11 von Peter Tschaikowsky, das in der Bearbeitung von Willy Hautvast die Bläser zu feinsinnig gestalteten Tonfolgen veranlasste. Natürlich war der Klangkörper lauter, als wenn vier Streichinstrumente - noch dazu mit aufgesetzten Dämpfern - die musikalischen Ideen des Komponisten gestalten. Das "Feeling" jedoch war voll gegeben, auch in der Melodie des Mittelteils, die von der Oboe zunächst fein solistisch vorgetragen, dann zum Schluss zu von beiden Euphonium-Spielern nochmals intoniert wurde.

Große Melodien

Es folgte der zweite Teil der "Dynamica". Wieder ein drängender sehr tonintensiver Beginn, der jedoch bald in mit Synkopen angereicherte große Melodien mündete. Einen echten Ruhepunkt gab es jedoch nicht, im Gegenteil: Zum Ende hin schwoll die Musik nochmals an. Robert Sibich dirigierte stets präzise und angemessen.

Nach der Pause ein weiteres fetziges Stück, welches das tadellose Zusammenspiel aller Musikanten erneut bewies: "Windows of the World" von Peter Graham ist in drei unterschiedliche Sätze bezüglich Tempo und Gehalt eingeteilt. "Amazonia" rauschte schnell vorbei, "Rainforest" lebte von einer sehnsuchtsvollen Melodie, "Earth Song" besteht aus jazzigen Rhythmen, die eine unruhige Melodie stützen, bis der Einsatz des vollen Orchesters die Musik zum glanzvollen Höhepunkt und Abschluss brachte. Thiemo Kraas schrieb "Imagasy", ein Musikstück, das Vorstellungskraft und Illusion zu einer großen melodiösen Ballade vom menschlichen Denkvermögen verknüpft. Dementsprechend tiefsinnig ist die Musik angelegt. Und so wurde sie gespielt. Ein altes Kirchenlied folgte: "Amazing Grace". Klarinette und Posaune eröffneten - dann folgte das gesamte Orchester - mit immer schneller werdender Rhythmik zu einer optimistischen Melodienfolge. Die Filmmusik aus "Der Zauberer von Oz" von Harold Arlen beschloss das Programm.

Drei Zugaben

Da die Zuhörer mit Beifall nicht aufhören wollten, gab es noch Zugaben. Zuerst den "Radetzky-Marsch" von Johann Strauß Vater, der wie üblich teilweise mitgeklatscht wurde. Dann kam ein Dudelsack-Spieler nach vorne, das Orchester begleitete ihn im traditionellen Song "Highland Cathedral" mit vollem Einsatz. Schließlich ertönte - mit gelben Spitzenhütchen auf den Musikerköpfen - noch der "Florentiner Marsch" von Julius Fucik mit schneidigen Klanggewittern. Damit ging ein passender Auftakt der Feiern im Jubiläumsjahr des Marktes zu Ende.
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