Kür unter den Schirmherrschaften

Dr. Edmund Stoiber (links am Pult), von 1993 bis 2007 Bayerischer Ministerpräsident, war der prominenteste Gast beim Festakt anlässlich der ersturkundlichen Erwähnung Schwarzenfelds vor 1000 Jahren. Er ließ die Schwarzenfelder stolz sein, indem er betonte: Die Schirmherrschaft für dieses Jubiläum übernehmen zu dürfen, bedeute für ihn keine Pflicht, sondern vor dem Hintergrund der verwandtschaftlichen Beziehungen eine große Ehre.
Lokales
Schwarzenfeld
17.04.2015
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Dr. Edmund Stoiber gratulierte persönlich. Als Schirmherr des Jubiläumsjahres sprach er beim Festakt "Ein Jahr Tausend Schwarzenfeld 1015 bis 2015". Seinen Zuhörern verriet der Ex-Ministerpräsident und CSU-Ehrenvorsitzende, wie aus ihm in Schwarzenfeld zeitweise eine "Rothaut" werden konnte.

Bürgermeister Manfred Rodde (CSU) stand die Freude ins Gesicht geschrieben. "Wir freuen uns, dass Sie uns diesen Gefallen erweisen, es ist uns eine Ehre!", begrüßte er am Abend im Jugendheim den ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten. Aufgrund dessen familiärer Beziehungen zu Schwarzenfeld hatte er Dr. Edmund Stoiber schon im Oktober 2013 die Schirmherrschaft angetragen. Der 73-Jährige kam nun mit Ehefrau Karin zu dem Festakt, als ihn gerade das Blechbläserquintett "I-Tüpferl" aus der Jugendblaskapelle musikalisch eröffnete.

Nachdem der Bergchor St. Barbara seine Liebe zur Heimat Schwarzenfeld besungen hatte, setzte Dr. Edmund Stoiber in einem viertelstündigen Grußwort zu seinem "Loblied" auf Schwarzenfeld an. Er bekannte vorab: Dieser Besuch in der Oberpfalz zählt nicht zu seinen Pflichten als ehemaliger Landesvater, ihn sieht er als Kür, ja als Wohlfühl-Termin. Aufgewachsen im oberbayerischen Oberaudorf könne er sich noch gut an die Erzählungen seines Vaters und seiner Mutter erinnern, deren älteste Tochter Hannelore in Schwarzenfeld zur Welt kam.

Was ihm selbst überaus gut im Gedächtnis blieb, sind die Erlebnisse in den Ferien bei seinem Onkel Richard Haseneder: "Das waren immer spannende Tage voller Freiheit". Stoiber dachte zurück ans Baden in der Naab, ans Herumstöbern beim Schloss und ans Indianer-Spielen auf dem Miesberg: "Ich gebe zu, ich war in Schwarzenfeld auch oft eine Rothaut - eine Eigenschaft, die mir später nicht unbedingt mehr nachgesagt wurde". Er ließ spüren: Die Erinnerungen an diese Zeit bringen ihn heute noch ins Schwärmen.

Das Gemeinschaftsgefühl, das er hier schon damals zu spüren bekam, erfahre jetzt im Jubiläumsjahr sicher einen weiteren Schub. Das sei auch wichtig, denn: "Das soziale Klima ist für das Wohlergehen der Menschen immer ein entscheidender Faktor".

Jene Jahrzehnte der 1000 Jahre, die er persönlich überblicken kann, brachten Schwarzenfeld zu Stoibers großer Freude "eine unglaubliche Entwicklung". Sie stehe symbolisch für die gesamte, ehemalige arme Oberpfalz, die "Stoapfalz", wie sie sein Vater nannte. Da schlage es auch voll durch, dass sich Bayern vom Agrar- zum High-Tech-Land entwickelte.

Stoiber appellierte: Die Geschichte solle man wohl hüten wie einen großen Schatz, aber nicht verharren, immer auch an morgen denken, innovativ und leistungsbereit sein. Das Wohlfühlen von heute sichere nicht den Wohlstand von morgen. "Weiter so!", wünschte er Schwarzenfeld schließlich, dass es auch in Zukunft gelingt, Traditionen zu bewahren und den Fortschritt zu gestalten.

Dr. Edmund Stoiber trug sich anschließend ins Goldene Buch des Marktes ein. Zum Dank für die Übernahme der Schirmherrschaft überreichte ihm Bürgermeister Manfred Rodde ein Bild mit einer Ansicht von Alt-Schwarzenfeld.
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