Lager der Superlative

Das Hochregallager der Privatmolkerei Bechtel ist ein High-Tech-Bau, in dem der Computer den Ton angeben wird. Menschliches Personal wird dort nach der Fertigstellung nicht mehr benötigt. Bild: Dobler
Lokales
Schwarzenfeld
09.12.2015
7
0

Ein Hochregallager für Milchprodukte entsteht derzeit auf dem Grundstück der Naabtaler Milchwerke an der Molkereistraße. Nicht ganz 40 Meter hoch wird das Gebäude. Am Bau beteiligt sind wichtige Oberpfälzer Firmen, etwa Witron (Parkstein) und das Bauunternehmen Wagner aus Waldmünchen.

Genau zwei Jahre ist es her, dass Milchwerke-Geschäftsführer René Guhl in einer Ratssitzung das Investitionsvorhaben erläuterte. Das zweite Hochregallagers des Unternehmens sprengte mit seiner Höhe von fast 40 Meter den Rahmen, den Flächennutzungsplan und Bebauungsplan damals vorgegeben haben. Die ursprünglichen Festsetzungen bestimmten nämlich, dass dort maximal 18 Meter hohe Gebäude entstehen dürfen. Das wurde in der Folge geändert.

Bau "Gemeinschaftslösung"

Das neue Gebäude werde technisch-baulich in einer "Oberpfälzer Gemeinschaftslösung" realisiert, freute sich Guhl. Wichtig sei die Lagerlogistik der Firma Witron, denn in dem Hochregallager sind keine Menschen beschäftigt.

Das hat weniger mit der konstanten Temperatur von sechs Grad im Innern zu tun, als mit der ausgetüftelten Computersteuerung. "Der Rechner weiß, wo die Palette ist", versicherte der Geschäftsführer. Und das ist auch wichtig, denn in dem hohen Gebäude mit seinen 13 000 Stellplätzen für Paletten wird der Umschlag einer Woche gelagert. So eine Palette fasst etwa 2000 Becher.

Der Betrieb Privatmolkerei Bechtel Naabtaler Milchwerke wurde 1908 gegründet und zählt heute mit seinen 420 Mitarbeitern zu den größten und bedeutendsten Molkereien in Deutschland. Im Produktionsbetrieb in Schwarzenfeld werden täglich über 1,5 Millionen Liter Milch zu hochwertigen Milch- und Käsespezialitäten veredelt.

Seit einigen Jahren wird die Produktion zentralisiert. Das Unternehmen hatte viele Zweitbetriebe, die ab 2010 geschlossen wurden. Nachdem mit Millionenaufwand die Produktionsbetriebe und das Hochregallager in Schwarzenfeld aufgerüstet wurden, wird dort die Milchverarbeitung der Bechtel-Betriebe konzentriert.

2000 Milchbauern liefern

Rund 2000 Milcherzeuger in 15 Landkreisen sind für die Molkerei tätig, 25 Fahrzeuge liefern täglich die Milch an. Von den 1,5 Millionen Litern werden die Hälfte zu Käse ("gelbes Sortiment") weiterverarbeitet, die andere Hälfte zu Trinkmilch, Sahne, Quark und Joghurt ("weißes Sortiment"). Nicht im Angebot hat die Molkerei Butter, Milchpulver und sogenannte Frischmilch. Das "gelbe Sortiment" ist ausschließlich "Grünländer-Käse", der über "Hochland" vertrieben wird. Die beiden Unternehmen haben sich zwischenzeitlich zusammen getan.

Größter Kunde für das "weiße Sortiment" ist die Handelsfirma Lidl. Diese Kooperation gilt intern als "fruchtbare Allianz". Einige Landwirte stellen die Milch sogar im "Lidl-Programm" her. Dafür halten sie sich an bestimmte Futtervorgaben und großzügigere Haltungsbedingungen für die Kühe. Im Gegenzug gibt es mehr Geld pro Liter.

Ab Januar Biomilch

Wie zu hören war, will die Molkerei ab Januar auch Biomilch ins Angebot nehmen. Es ist von einer Größenordnung von 20 000 Litern pro Tag die Rede. Da wäre also noch Luft nach oben. Gesteigert werden soll auch der Anteil der gentechnikfreien Milch. Der beträgt zur Zeit rund 50 Prozent der Gesamtmenge.
Weitere Beiträge zu den Themen: Bebauungsplan (4090)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.