Lanze für ländlichen Raum

Gastredner beim Politischen Aschermittwoch der Frauen-Union war der Stullner Bürgermeister und Kreisrat Hans Prechtl, Gastgeberin die FU-Vorsitzende Hermine Rodde (vorne, rechts). Bilder: ral (2)
Lokales
Schwarzenfeld
20.02.2015
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Beim Politischen Aschermittwoch der Frauen-Union Schwarzenfeld sprach in diesem Jahr Hans Prechtl aus Stulln. Aus seiner Warte als Kreisrat, Bürgermeister und Kreisvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CSU hatte er einige Anmerkungen zu machen.

Prechtl erinnerte daran, dass er vor fünf Jahren beim Politischen Aschermittwoch die finanzielle Situation der Gemeinden als "sehr schlecht" bezeichnet habe. Zwischenzeitlich habe sich wegen der guten Entwicklung die Lage entspannt. "Der Großteil der Gemeinden hat heute wieder einen gewissen finanziellen Spielraum", freute er sich.

Eine große Aufgabe sei die Breitbandversorgung. Prechtl vertritt die Meinung, dass die Versorgung nicht Sache der Gemeinden sein sollte, sondern eine Bundesaufgabe sein müsse - wie schon vor fünfzig Jahren die Gewährleistung eines Telefonanschlusses für alle Haushalte. "Dies wird aber nicht geschehen", zeigte er sich realistisch. Von Seiten des Freistaates wurden nun die Förderrichtlinien verbessert und bürokratische Hindernisse zum großen Teil beseitigt. In der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld, der die drei Gemeinden Schwarzenfeld, Stulln und Schwarzach angehören, hat man das Büro Ledermann aus Freising beauftragt, die Breitbandplanung vorzunehmen. "Die Fördersätze sind bekannt, die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet", versicherte er.

Prechtl ging anschließend auf den neuen Landesentwicklungsplan ein, den Heimatminister Markus Söder in seiner Regierungserklärung im November des letzten Jahres im bayerischen Landtag vorgestellt hat. Dabei geht es um die Herstellung der Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen zwischen ländlichen Räumen und den Metropolregionen. "Gleichwertigkeit heißt nicht Gleichartigkeit, wir wollen nicht die Mieten wie in München und Nürnberg", verdeutlichte Prechtl. Die Probleme der ländlichen Räume seien bekannt: etwa der Rückzug von Postfilialen oder auch die Schließung von Bahnhöfen.

Mehr Jobs entstanden

Trotzdem ist für ihn klar: "Der ländliche Raum ist aber viel besser als sein Image." So konnte die Arbeitslosenquote von 2008 bis 2013 halbiert werden, die Anzahl der Beschäftigten ist um 14 Prozent gewachsen, die Zahl der Studierenden gar um 70 Prozent.

Anschließend stellte Prechtl noch die Eckdaten des neuen Kreishaushaltes vor. Die Ausgaben im Bereich der Jugendhilfe seien kaum mehr einzudämmen. Allerdings werde die Kreisumlage für die Gemeinden gesenkt. Der Landkreis wird im neuen Haushalt keinen Kredit mehr aufnehmen und die Verschuldung in diesem Jahr um 2,3 Millionen Euro abgebaut - so dass sich der Schuldenstand am Jahresende auf 32,5 Millionen Euro belaufen werde.

Als letzten Punkt betrachtete Prechtl die Energiewende: "Sie wird der Bevölkerung noch viel abverlangen und in keinem anderen Bereich ist das Floriansprinzip so weit verbreitet wie hier." Nahezu alle seien für Windkraft, aber niemand akzeptiere ein Windrad vor seiner Haustür. Großflächige Freiflächenphotovoltaik verbrauche überdies wertvollen Ackerboden.

Nicht nur punktuell

Entscheidungen müssten hier aus einer Gesamtverantwortung heraus getroffen werden, das fange bereits im Gemeinderat an. Bürgerinitiativen setzten sich hingegen immer nur punktuell für etwas ein - genauer gesagt "gegen etwas".
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