Lustig auf Bayerisch

Ein Gespann, das bestens harmoniert, für einen unvergesslichen Auftritt beim Schwarzenfelder Kulturherbst sorgt und einfach zusammen passt: die Couplet AG...
Lokales
Schwarzenfeld
10.11.2015
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"Perlen für das Volk" lautet der Name des aktuellen Programms der Couplet AG, und unzählige Lachperlen waren es dann auch, die den Besuchern während des Auftritts im Schwarzenfelder Jugendheim über die Wangen kullerten.

Zusammen mit dem unermüdlichen Verfechter bayerischer Mundart, Gerhard Holz, boten die preisgekrönten Kabarettisten satirisch bissige Unterhaltung in bestens abgestimmter Couplet-Manier. Angesichts der vielen hochrangigen Veranstaltungen im gesamten Jubiläumsjahr, sparte Holz nicht mit Komplimenten für die "Macher" dieses bunten Jahresablaufs.

Besetzt mit knapp 400 Freunden bajuwarischen Kabaretts und Anhängern der Volkssängertradition, bebte der ausverkaufte Saal bei Lachsalven, verursacht durch Jürgen Kirner und Co und bei humorvollen Gschichtl'n von Gerhard Holz. "Gibt's jetzt bei uns in Bayern eine Puste- oder eine Blaskapelle?", fragte Gerhard Holz in die Runde und verdeutlichte damit, dass der norddeutsche Einfluss auch vor bayerischen Zentren wie München keinen Halt macht.

Die Lacher, hatte der Feldmochinger auch auf seiner Seite, als er anschaulich machte, dass seine Lieblingsspeise der "Schweinsbrod'n" ist und nicht der "Schweinebraten", denn Letzterer müsse ja dem Ausdruck nach von mehreren Schweinen stammen. Lustig bis nachdenklich die Erkenntnisse bei so mancher "Friedhofsbegebenheit" gerade an Allerheiligen: "Am Grab wird vuil gredt, a paar hab'm a bet'."

Die bayerische Sprache zur Lebensaufgabe hat sich Gerhard Holz gemacht, der zusammen mit dem Förderverein "Bairische Sprache und Dialekt" nicht nur in Gedichtform Mundartkultur erhalten will, sondern auch als begeisterter Volksmusikant in den Wirtshäusern unterwegs ist. "Boarisch gred't und gsunga" bringt es ans Licht, was an heimatlicher Kultur zu vergehen droht.

Zu einem humorvollen gesellschaftskritischen Rundumschlag holten Bianca Bachmann, Jürgen Kiener, Bernhard Gruber und Berni Filser als Couplet AG aus, als sie mögliche Gewinnmaximierung im Gesundheitswesen mit "Operiern bis Transplantiern" erläuterten. "Woll'n Sie ein Kotzbrocken sein, dann nehmen's a Zapferl Söder rektal und des ganze anal" lautete die Aufforderung mit gleichzeitigem Verteilen der kleinen Probepäckchen im Publikum.

Und da war noch die (scheinbar) im Publikum ausgesuchte, schüchterne Hausfrau Frau Lochbichler, die nach ihren Vorlieben gefragt, antwortete: "I schlog mein Mo!" Neben der Lederpeitsche als täglich angewandtes Züchtigungswerkzeug musste die Dame aber dann auch eingestehen: "I vibrier von Kopf bis Zeh, wenn i an Mo mit Bierbauch seh."

"Wer a Geld hot, ko se a Haus hi stelln und wer koans hot, lasst se in' Marktrat wähl'n." Kein Wunder, dass der Saal bebte und lautstark Zugabe um Zugabe von den Akteuren gefordert wurde, die sich nach eigenen Worten "in der Tradition der Volkssänger und -musikanten sehen."

Mit dieser Veranstaltung wurde die Zielgerade des Schwarzenfelder "Kulturherbstes" erreicht. Mit "Gedichten und Vorweihnachtlichem" wartet Margret Mauderer am 20. November in der Gemeindebücherei auf; das Konzert des Dekanatschores findet am 22. November in der Marienkirche statt. Mit dem bekannten Weihnachtskonzert der Musikkapelle am 26. Dezember und dem Höhepunkt des großen Silvesterballs des Marktes endet das Jubiläumsjahr.
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