Metall- und Elektro-Branche verlangen Zurückhaltung in den Tarifverhandlungen - Freude über ...
Arbeitgeber schauen auf die Wettbewerbsfähigkeit

Wir brauchen bei den Tarifabschlüssen mehr Flexibilität.
Lokales
Schwarzenfeld
17.11.2015
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Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (vbm) tagte im Hotel "Schloss Schwarzenfeld". Mit Blick auf die nächste Tarifrunde sah der Vorsitzende der Region Oberpfalz-Nord, Dr. Stefan Klumpp, "wenig Spielraum für Lohnsteigerungen".

Um den Industriestandort Bayern wettbewerbsfähig zu erhalten, sei eine "moderate Lohnpolitik" erforderlich, meinte Dr. Stefan Klumpp. Die Gestaltung der Tarifverträge beeinflusse nicht nur den Erfolg der Unternehmen im internationalen Wettbewerb, sondern auch die Arbeitsbedingungen der über 800 000 Beschäftigten in der bayerischen und der rund 90 000 in der oberpfälzischen Metall- und Elektro-Industrie, betonte der Verbandsvorsitzende.

Dr. Klumpp warnte davor, den Flächentarifvertrag mit Themen zu überfrachten, "die die Firmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit einschränken". Die Tarifparteien sollten sich im Wesentlichen auf die Entgelterhöhung konzentrieren und sich dabei am "Produktivitätsfortschritt" orientieren. "Denn nur das, was wir zusätzlich erwirtschaften, können wir auch verteilen", machte der Vorstand des Baumaschinen-Herstellers Hamm AG in Tirschenreuth deutlich.

Mehr ins Ausland

Jedes zweite Metall- und Elektrounternehmen in Bayern produziere inzwischen aus Kostengründen im Ausland. In Deutschland könne die Produktivität seit Jahren nicht mehr mit der Arbeitskostenentwicklung mithalten, gab Dr. Stefan Klumpp zu bedenken. 2015 werde sich die Schere weiter öffnen. Das könne auf Dauer nicht gut gehen.

Den Kostennachteil können Unternehmen nur dann ausgleichen, so der vbm-Regionalvorsitzende, "wenn Tarifabschlüsse Öffnungsklauseln und flexible Elemente bei der Entgelterhöhung vorsehen". Dr. Klumpp warnte davor, flexible Instrumente wie die Zeitarbeit oder Werkverträge einzuschränken. Wörtlich sagte er: "Wir brauchen mehr Flexibilität, um die Wettbewerbsfähigkeit der oberpfälzischen und bayerischen Metall- und Elektroindustrie zu erhalten". Sie sei das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes Bayern und sichere Arbeitsplätze und Wohlstand .

Dr. Hubertus Barth, Geschäftsführer am "Institut der deutschen Wirtschaft" in Köln, stellte fest: "Der deutschen Wirtschaft geht es gut". Ihm machen allerdings das schwache Wachstum und die politische Unsicherheit in Europa Sorgen. Die Frage stelle sich, wie Europa aus der Niedrigzinsphase ohne allzu große Verwerfungen herauskomme, denn: "Wir müssen da raus, wenn wir eine Blasenbildung vermeiden wollen".

Der Arbeitsmarkt habe sich in den letzten Jahren "sensationell" entwickelt. Die günstigen Zinsen, der niedrige Ölpreis und die Vollbeschäftigung hätten die Inlandsnachfrage und das Konsumverhalten steigen lassen.
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