Milchviehhalter fürchten um ihre Zukunft - BDM fordert Marktmanagement mit Begrenzung der ...
Angst vor einem noch nie da gewesenen Preistief

Groß war das Interesse an der BDM-Veranstaltung am Donnerstagabend. 150 Zuhörer hatten sich im Saal des Jugendheimes versammelt. Bilder: rid (2)
Lokales
Schwarzenfeld
13.12.2014
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Hans Foldenauer bereitet die Milchbauern im Landkreis auf eine Krise vor, "die noch länger dauern wird als 2009 und 2012". Bei einer Veranstaltung des "Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V." (BDM) am Donnerstag im Jugendheim in Schwarzenfeld rechnete der BDM-Sprecher aus Irsee mit einer weiteren Talfahrt des Milchpreises, verursacht durch ein Überangebot auf dem Markt.

Für den Milchviehhalter aus dem Ostallgäu war es bereits die sechste Veranstaltung innerhalb von zehn Tagen. Überall sprach Hans Foldenauer vor voll besetzten Rängen. Auch in Schwarzenfeld drängten am Donnerstag 150 Zuhörer in den Saal des Jugendheims. BDM-Kreisvorsitzender Johannes Hösl aus Hof bei Oberviechtach wertete das große Interesse als Beweis für die Sorge der Milchbauern um ihre Zukunft. Mit aktuell 34 Cent pro Liter könne der Milchbauer schon jetzt nicht mehr kostendeckend arbeiten.

Es geht weiter runter

"Und der Preis wird weiter fallen", ist sich Hans Foldenauer sicher. Die Talfahrt des Global-Dairy-Trade-Indexes spreche eine deutliche Sprache und lasse einen lang anhaltenden Preisverfall erwarten. Den Grund dafür sieht der BDM-Vertreter in der Überproduktion auf dem europäischen Markt. In diesem Jahr seien drei Prozent mehr Milch produziert als verbraucht worden. Der Referent verglich die Werte mit den Krisenjahren 2009 (1,8 Prozent Überproduktion) und 2012 (1,6 Prozent) und malte damit ein Szenario, das die Milchbauern für das kommende Jahr Schlimmstes erahnen lässt.

Hans Foldenauer forderte ein "Sicherheitsnetz zur Preisstabilisierung". Mit einem "wirkungsvollen Marktmanagement" ließen sich in Krisenzeiten die Mengen reduzieren und gleichzeitig die Preise stabil halten. Eine EU- Monitoringstelle könne allgemeinverbindliche Richtlinien zur Produktionsmengen erlassen, an die sich jeder Erzeuger zu halten habe. Dann käme es nicht zu einer derartigen Überproduktion wie in diesem Jahr, ist der BDM-Vertreter überzeugt. Er rechnet 2015 mit "einem Preistief, das länger anhalten wird als in voran gegangenen Krisenjahren".

Der Milchmarkt in Europa sei gesättigt, der Verbrauch nicht im gleichen Umfang wie die Produktion gestiegen. Zudem hätten sich die Exporte nach China nicht so entwickelt wie erhofft. Schließlich würden sich auch die Krisenherde im Osten und in den arabischen Ländern negativ auf den globalen Milchmarkt auswirken.

Gespräch im Milchhof

Der BDM-Vorstand auf Kreisebene trifft sich 17. Dezember zu einem Gespräch mit der Leitung der Milchwerke Schwarzenfeld. Dabei geht es um den Schulterschluss der Erzeuger und Vermarkter bei der Forderung nach einer Mengenkorrektur. Der BDM hat im Landkreis 300 und bundesweit 20 000 Mitglieder.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/milchquote
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