Musikalisches Nach-Empfinden

Das Vokalensemble "Vocalissimo" unter Leitung von Michael Koch (links) gestaltete eine Passionsandacht, bei der Josef Süß (Dritter von links) meditative Textstellen vortrug. Bild: tie
Lokales
Schwarzenfeld
01.04.2015
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In der Marienkirche gestaltete die Sängerinnen und Sänger von "Vocalissimo" ein empfindsames Passionskonzert.

Die Mitglieder des Vokalensemble "Vocalissimo" waren alle in guter Stimmung und hätten zu Recht mehr Besucher des Passionskonzerts am Beginn der Karwoche in der Marienkirche erwarten können. Diejenigen, die nicht dabei waren, haben schönen Gesang, feinsinniges Orgelspiel und ernste Texte versäumt.

Michael Koch eröffnete die Vortragsfolge mit dem berühmten "Adagio" von Tomaso Albinoni, das er sensibel auf der Orgel interpretierte. Die folgende, erste Textmeditation, die Lektor Josef Süß gestaltete, äußerte sich tröstlich darüber, dass Jesus Christus der Retter der Menschheit sein wird. "Vocalissimo" bestätigte das mit dem Lied "Mit Jesus auf dem Weg".

Hoffen auf Aufnahme

Eine Orgelmeditation von Malcolm Archer klang so, als würde sie diese Aussage bekräftigen. Die nächste Textmeditation beschäftigte sich mit der menschlichen Hoffnung, bei Gott "irgendwann" aufgenommen zu werden. Ebenso verfuhr der tiefsinnige Gesang für Chor a cappella "Noch ehe die Sonne am Himmel stand" von Alejandro Veciana. Die folgende Orgelmeditation, diesmal von Christopher Tambling, spielte Michael Koch mit der erwartungsvollen Tongestaltung, die Hoffnung verstärkt. Die dritte Textmeditation, die jetzt anstand, beschäftigte sich mit dem Leiden Christi, das er der Menschen wegen auf sich genommen hat. "Vocalissimo" vertiefte diesen Eindruck mit dem Gesang "In jener letzten der Nächte" von Anton Bruckner.

Auch im Orgelstück "Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen" von Johannes Brahms führte Michael Koch abstrakt diese Situation vor. Eine weitere Vertiefung dieser Überlegung geschah in dem Gesang "Fürwahr, er trug unsre Krankheit" von Jürgen Kandziora.

Die letzte Textmeditation schließlich hebt die Bedeutung von Gottvater und Gottes Sohn für das Wohlergehen und die Erlösung der Menschheit hervor. Der A-Cappella-Gesang "Holz auf Jesu Schulter" von Ignace de Sutter setzt diesen Gedankengang fort, die abschließende Orgelmeditation von Michael Koch zu der Aussage "Es ist vollbracht" krönt den Gedanken der Erlösung.

Bemerkenswert, wie intensiv sich das kleine Vocalensemble den Stücken widmete. Jeder Vortrag hatte feinsinnige Tongebung und klare Konturen des Gesangs. Michael Kochs Orgelbeiträge wiesen abstrakt die gleichen Vorzüge auf. Die Textbeiträge vermittelten eindringlich den Zuhörern den ernsten Anlass des Passionskonzertes.

Wie schon gesagt, wer nicht da war, hat eine Stunde der Besinnung und inneren Ruhe versäumt.
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