Neue Kläranlage nimmt Hürde

Das Schild wird ein Mehrzahl-n erhalten müssen, denn zu der einen Kläranlage, die bereits existiert, kommt direkt daneben eine zweite. Die gehört dann den Naabtaler Milchwerken, die die Anlage ausschließlich für ihre Firmenabwässer nutzt. Sie wird am Tag bis zu 4,2 Millionen Liter Abwasser reinigen. Bilder: Dobler (2)
Lokales
Schwarzenfeld
19.06.2015
69
0

Der eine kam aus Regensburg, der andere aus Erfurt. Gemeinsam packten der Architekt und der Ingenieur die Pläne für die neue Kläranlage aus, mit der sich die Naabtaler Milchwerke unabhängig von der kommunalen Kläranlage machen werden. Nur drei der Räte mochten am Ende dafür nicht die Hand heben.

Das ging jetzt schnell: Am 21. Mai hatte sich der Marktrat mehrheitlich durchgerungen, den drängenden Forderungen der Milchwerke nach einer eigenen Anlage zum Klären der Abwässer aus der Produktion nicht im Weg zu stehen, nun wurden dem Plenum schon die fix und fertigen Pläne für das Bauvorhaben vorgelegt.

Auftraggeber für den Neubau ist die Schwarzenfelder Firma Albflor Umwelt-Servicetechnik GmbH, die ihren Sitz in den Milchwerken hat und die von Naabtaler-Geschäftsführer René Guhl geleitet wird. Albflor hat den alleinigen Geschäfts-Zweck, diese Kläranlage für Industrieabwässer von Molkereien und Käsereien zu errichten und zu betreiben. Ausgestattet ist das Unternehmen mit einem Stammkapital von vier Millionen Euro.

Verkehr und Gestank

Wie Ingenieur Frank Dahlendorf und Architekt Frederik Thomas erläuterten, wird die Anlage zwischen Deiselkühn und Irrenlohe pro Tag bis zu 4,2 Millionen Liter Abwasser behandeln. Das etwa einen Hektar große Grundstück grenzt an das Areal der kommunalen Kläranlage an. Sichtbarstes Anlagenteil wird eine neun Meter hohe Flotationshalle, an die sich verschiedene Becken, Speicher und Entwässerungsanlagen anschließen. Am Ende bleibt Klärschlamm übrig, der abtransportiert wird, sowie gereinigtes Abwasser, das in die nahe Naab abfließt.

Nicht ganz geheuer waren einigen Räten zunächst die Themen Lärm, Geruch und Verkehr. Die beste Anbindung für den Schwerverkehr sei über Irrenlohe, räumte Bürgermeister Manfred Rodde ein. Aber wahrscheinlich handelt es sich nur um ein bis zwei Lastwägen, und das auch nur an den Werktagen, hieß es. Was den Gestank anbelangt, so wies Ingenieur Dahlendorf darauf hin, dass sowohl das Flotationsgebäude wie auch die Schlammspeicher geschlossen seien. Trotzdem seien natürlich Geruchs- oder Lärmbelästigungen durch die Anlage für die Deiselkühner oder die Irrenloher nicht auszuschließen, machte der Planer deutlich.

Drei Gegenstimmen

Bürgermeister Rodde erinnerte daran, dass der Marktrat im Mai die Bereitschaft des Marktes zur Befreiung der Milchwerke vom Anschlusszwang für die Betriebsabwässer signalisiert hatte. Nun müsse man mit dem Unternehmen Regelungen zur Auflösung der bestehenden Sondervereinbarung, zum Gestattungsvertrag für die Zuleitungen und zur Sondernutzung für den Ausbau der Zufahrtsstraße treffen.

Am Ende wurde dem Bauvorhaben dann mit Mehrheit (drei Gegenstimmen) das Einvernehmen erteilt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.