Neues Dach nach 80 Jahren

Neu eingedeckt präsentiert sich das Dach des Passionisten-Klosters. Über 40 000 Dachziegel wurden dafür auf 1100 Quadratmetern Fläche verlegt. Bild: hfz
Lokales
Schwarzenfeld
30.10.2014
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In diesem Monat wurde die Sanierung des Klosterdaches auf dem Miesberg endgültig abgeschlossen. Seit April hat das aufwendige Projekt, das mit einer knappen Viertelmillion Euro veranschlagt wurde, das Leben der Kongregation begleitet. Jetzt trotzt das Gebäude wieder Kälte und Stürmen. Den ersten Härtetest hat es bereits bestanden.

Die Dacheindeckung des Klostergebäudes besteht seit dem Bau des Klosters im Jahre 1934 und wies erhebliche Mängel auf. Bei starken Regenfällen drang Wasser ein und durch die ausgesetzte Lage auf dem Miesberg fegten Windböen auch schon einmal Dachziegel davon, was immer wieder Schäden verursacht hat. Zum schlechten Zustand der Dacheindeckung kam die fehlende Wärmeisolierung zwischen dem Speicher und den Wohnräumen. Viel Energie und Heizkosten wurden hier jeden Winter vergeudet.

Bereits vor einem dreiviertel Jahr wurde die Wärmeisolierung über dem Betchor angebracht. Nach längerer Prüfung hatte sich der Orden damals für eine Isolierung mit Zellulosefasern entschieden. Hierbei wird Altpapier zu wärmedämmenden Fasern umweltfreundlich aufbereitet und bietet zusätzlich im Sommer noch den nötigen Wärmeschutz. Die Fasern wurden mit Niederdruck eingeblasen und passten sich somit ideal den bestehenden Hohlräumen an.

Ab April wurde dann das Dach saniert. Ruhig und besinnlich war es seitdem im Kloster der Passionisten nicht mehr. Es wurde gehämmert, gebohrt und mit Hochdruck gearbeitet. Dank des 26 Meter hohen Baukranes, der an der Terrasse stand, konnten die Baumaterialien schnell und sicher zu den Handwerkern gelangen.

Letzte Unklarheiten

Das bayerische Landesamt für Denkmalpflege war zu Beginn auch nochmals vor Ort, um letzte Unklarheiten für die fachgerechte Sanierung zu beseitigen. Im Zuge der Abbrucharbeiten hatten sich "Überraschungen" eingestellt. Die Dachgauben (Dachfenster) waren wider Erwarten komplett zu sanieren, da sie sich in einem sehr schlechten Zustand befanden. Sie mussten nachgebaut werden, damit die alte Ansicht des Klosters gewahrt bleibt. Zusätzlich mussten 25 Kubikmeter Sand abgesaugt werden, der sich im Fehlboden zwischen Decke und Dachboden befand. Dort kam ersatzweise das Dämmmaterial hin. Als 1934 das Kloster gebaut wurde, dachte man noch nicht an solche Maßnahmen.

Im Oktober wurde nun von der ausführenden Firma Kurz aus Schwarzenfeld und ihren Partnerfirmen die Dachsanierung am Kloster Schwarzenfeld abgeschlossen. Eine Dachfläche von über 1100 Quadratmeter musste zunächst per Hand abgedeckt werden, und anschließend wurde ein komplett neues Kaltdach aufgesetzt, wie es den derzeitigen Vorschriften des Denkmalamtes entspricht. Auf die neue Dachlattung wurden dann pro Quadratmeter 37 Biberschwanzziegel aufgelegt - was eine Summe von über 40 000 Ziegeln ergab, die verlegt wurden.

Die Dachfläche war Ende August/Anfang September fertig. Nach den Sommermonaten fehlte aber noch die Isolierung zwischen dem ersten Stock und dem Speicher. Drei Tage lang wurden dafür schwer brennbare Flocken eingeblasen, die aus Altpapier hergestellt werden, was als umweltfreundliche und zudem sehr effiziente Methode des Isolierens gilt. Die alten Bretter des Speichers konnten nicht mehr verwendet werden und so wurden überdies für die 750 Quadratmeter neue Bretter verlegt.

Härtetest bestanden

"Die neue Sturmverklammerung an Kirchen- und Klosterdach hat den ersten Härtetest bereits bestanden", heißt es in einer Stellungnahme des Klosters, wo man nach Abschluss der Arbeiten allen Wohltätern, die bei dieser Sanierungsmaßnahme in vielfältiger Weise tatkräftig unterstützt haben, herzlich dankt.
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