Noch mittiger geht nicht mehr

Lokales
Schwarzenfeld
27.09.2014
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"Das gibt eine Kindstaufe!", raunte jemand, als sich der angebotene Sekt versehentlich über das Beinkleid des Staatssekretärs ergoss. Zum Anstoßen war trotzdem noch genug da. So konnte man den Markt Schwarzenfeld hochleben lassen, der sich in der Mitte befand - nicht nur der Aufmerksamkeit, sondern der ganzen Oberpfalz.

Die frohe Botschaft von der Mittelpunktlage des 6250-Seelen-Ortes überbracht der Bayerische Staatssekretär der Finanzen, Landesentwicklung und Heimat, Albert Füracker. "Der Markt Schwarzenfeld ist der geographische Mittelpunkt der Oberpfalz. Dies hat unsere Bayerische Vermessungsverwaltung berechnet", teilte der Politiker gut gelaunt mit. Nachdem der Mittelpunkt allerdings genau in einem See liegt, enthüllte Füracker gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Rodde eine Ehrentafel vor dem Rathaus der Marktgemeinde.

Für Bürgermeister Manfred Rodde war klar: "Diese Messergebnisse bestätigen unser Gefühl, dass wir im Herzen der Oberpfalz liegen." Und das ist jetzt endlich amtlich dokumentiert.

Tegelweiher als Zentrum

Das Zentrum ist ein Tegelweiher neben dem kleinen Schwarzenfelder Ortsteil Frotzersricht, aus dem die Firma Buchtal früher Ton herausgeholt hat. Ein eher unspektakulärer Ort also, Luftlinie gar nicht so weit vom Rathaus entfernt. Mitten in dem versteckt gelegenen Weiher befindet sich der geografische Mittelpunkt des Regierungsbezirks.

Schwarzenfeld sei idealer Repräsentant für den Mittelpunkt der Oberpfalz, versicherte der Staatssekretär. Die Marktgemeinde sei typisch für kleinere Städte und ländliche Gemeinden. "Diese zeigen den Charakter unseres Landes und beherbergen eine Vielzahl kultureller Reichtümer. Es gibt Unternehmen mit überregionaler Bedeutung und sogar weltweitem Renommee. Auch ist Schwarzenfeld mit Infrastruktur gut erschlossen", stellte Füracker fest.

Für die Zukunft werde die Anbindung an die Datenautobahn immer wichtiger. "Hier kann auch der Markt Schwarzenfeld noch etwas für die Bürger tun." Denn der Bedarf an Bandbreite werde weiter steigen, der Datenverkehr im Internet verdoppele sich alle 18 Monate. Die Digitalisierung und das Internet böten dem ländlichen Raum eine möglicherweise einmalige Chance auf gleichwertige Lebensverhältnisse. "Bayern wird bei der Breitbandförderung mit Abstand bundesweiter Vorreiter. Davon sollen besonders Gemeinden wie der Markt Schwarzenfeld profitieren: Nutzen Sie diese Chance", appellierte Füracker.

Weitere Mittelpunkte

Im folgenden durfte sich der Staatssekretär im Rathaus noch in das Goldene Buch des Marktes eintragen. Ob man die neuen Vermessungsdaten irgendwie nutzen kann, etwa touristisch, muss sich noch zeigen. Bis dahin kann man sich zumindest an einer schönen Tafel erfreuen, die vor dem Rathaus steht und auf die Mittelpunktsmessung verweist.

Der von Füracker vorgestellte Mittelpunkt der Oberpfalz gesellt sich im übrigen zu einer Reihe anderer bekannter Mittelpunkte, wie den Mittelpunkt von Europa in Westerngrund (Landkreis Aschaffenburg), den Mittelpunkt Deutschlands in Niederdorla (Thüringen) und den Mittelpunkt Bayerns in Kipfenberg (Landkreis Eichstätt).
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