Patres müssen vier Jahre provisorisch und primitiv im eigenen Kloster ausharren
Leben im "schlimmen Loch"

Lokales
Schwarzenfeld
30.05.2015
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Von April 1941 bis Mai 1945 waren die Passionistenpatres in ihrem eigen Kloster nur geduldet. Es diente in dieser Zeit überwiegend anderen Zwecken - als Unterbringung für ausgebombte Kinder und als wissenschaftliches Institut.

Wie muss man sich nun die Unterbringung der Patres in diesen vier langen Jahren vorstellen? Im Durchgang zwischen Kirche und Betchor der Patres (hinter dem Hochaltar) befand sich sowohl eine Abstellkammer für Blumen als auch im oberen Stockwerk das Orgelgehäuse. Dieses wurde bereits 1940 auf der Empore aufgestellt. Auf persönlichen Wunsch von P. Viktor Koch, dem es zunehmend schwerer fiel, jeden Morgen nach dem Übernachten im Ort auf den Miesberg zurückzukehren, richteten die Patres dort Schlafgelegenheiten ein. "Bei der damaligen Knappheit an Arbeitskräften und Material war es sehr schwer dieses Zimmer einzurichten", berichtet der Chronist P. Ignatius Schell.

Der Raum bot etwas Platz für eine Bettlänge, einen Tisch, einen Stuhl, den Heizkörper und eine Toilette. Da kein Monteur für die Heizung und die notdürftigen sanitären Anlagen gefunden werden konnte, versah P. Paul Böhminghaus selbst diese Arbeiten. Die Klärgrube musste noch ohne Wissen der Partei im Klostergarten angelegt werden. Nach vierwöchiger Arbeitszeit war das neue "Kloster" bezugsfertig. Bischof Buchberger sagte einmal bei einem Besuch öffentlich in der Kirche: "Ein schlimmeres Loch habe ich nicht einmal in einem Gefängnis gesehen."
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