Rathaus-Rekord

Lokales
Schwarzenfeld
10.11.2014
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Seinen 60. Geburtstag feiert heute Bürgermeister Manfred Rodde. Im Rathaussaal und im Jugendheim werden ihm politische Wegbegleiter, Freunde und Vereine gratulieren und betonen, dass mit ihm eine verlässliche Größe an der Spitze der Marktverwaltung steht.

Genau genommen sind es schon zwölf Jahre und sechs Monate, die Manfred Rodde im Chefsessel des Rathauses sitzt - und damit ist er auch Rekordhalter. Noch nie war ein hauptamtlicher Bürgermeister in Schwarzenfeld länger in der Verantwortung als Rodde, der gerade seine dritte Wahlperiode absolviert. Denn der Markt ist eher dafür bekannt, seine Bürgermeister schnell auszuwechseln: Nach einer sehr langen Periode des ehrenamtlichen Bürgermeisters Gindele folgten in rascher Reihenfolge ab 1972 die Hauptamtlichen Ettl (CSU), Kocher (Schwarzenfelder Wählergemeinschaft), Niederalt (CSU) und Meier (ÜPW). 2002 dann sorgte der christsoziale Herausforderer Rodde für eine Überraschung, als er den amtierenden Rathauschef und einen weiteren Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl mit 55,9 Prozent verdrängte. "Damit habe ich es damals auf die Titelseite geschafft", erinnert sich Rodde noch lebhaft.

Die Schwarzenfelder waren mit seiner Amtsführung zufrieden. So zufrieden, dass sie ihn im Jahr 2008 mit sensationellen 82 Prozent in seine zweite Amtszeit gewählt haben. Die sechs Jahre bis 2014 hatte die CSU auch im Marktrat eine satte Gestaltungsmehrheit, die nicht zuletzt wegen Roddes ausgleichendem Naturell nicht dazu benutzt wurde, diskussionslos eigene Ideen durchzudrücken. Wobei den Bürgermeister auszeichnete und auszeichnet, dass er die manchmal heftigen Debatten im Rat nicht weiter anheizt. "Ich moderiere die Diskussionen", ist Roddes Credo, denn der Marktrat und nicht die Verwaltung soll die Weichen für die Zukunft der Gemeinde stellen. Dass in jenen Jahren auch sein Sohn Tobias Mitglied des Marktrates war, verursachte bei Rodde durchaus "ein seltsames Gefühl", wie er schmunzelnd gesteht. "Der war auch nicht immer einverstanden mit mir."

Noch große Aufgaben

Bei der Kommunalwahl im Jahr 2014 wäre Manfred Rodde dann beinahe an der Schwarzenfelder Wechsellust gescheitert. Es gelang ihm zwar mit einem hauchdünnen Vorsprung und 51 Prozent der Stimmen ein Sieg gegen den jungen ÜPW-Kandidaten Peter Neumeier, aber recht froh machte Rodde der neuerliche Erfolg zunächst nicht. Was aber nichts an seiner grundsätzlichen Einstellung geändert hat, möglichst viele Markträte mit ins Boot zukunftsträchtiger Entscheidungen zu holen. Von denen gab es in den letzten zwölf Jahren viel, viel steht auch noch an. Der Ortskern muss weiter entwickelt werden, die Miesbergallee braucht ein neues Gesicht, die Schule eine Sanierung, die Kläranlage eine neue Ausrichtung. Millionen Euro müssen in den nächsten Jahren bewegt werden. Über allem aber steht der Gedanke, dass man auch in Schwarzenfeld mit der demografischen Entwicklung fertig werden muss - weniger junge Leute, mehr alte, so sieht vermutlich der Weg der deutschen Gesellschaft aus. Da bleiben auch die Kommunen mit wenigen Ausnahmen nicht verschont. In Schwarzenfeld will man das Problem jetzt durch Nachdenken und Planung angehen, wie die Diskussion im Marktrat in den letzten Tagen gezeigt hat.

"Als Bürgermeister braucht man Leidenschaft, nicht nur Pflichterfüllung", ist sich der frisch gebackene Sechziger noch immer sicher . Gemeindepolitik interessiert ihn schon sehr lange: "Ich bin schon als junger Mensch zu Gemeinderatssitzungen gegangen, schon zu Zeiten von Bürgermeister Ettl", erzählt Rodde, der Mitte der 1970er in die Junge Union eingetreten ist, als seine Altersgenossen in den großen Städten noch mit der Mao-Bibel unter dem Arm herumliefen. "Aber ich komme aus einem konservativen Elternhaus." Das hat ihn geprägt. Auch die Nähe zur katholischen Kirche hat Rodde schon früh gesucht, erst als Ministrant, später in der "Aktionsgruppe der Jugend", die unter anderem rhythmische Messen veranstaltet hat. Dann ging es per Kirchen-Wahl in den Pfarrgemeinderat "und da bin ich heute noch drin". Das versteht Rodde auch als aufmunterndes Signal an den neuen Pfarrer Heinrich Rosner.

Näher zusammen rücken

Als er 47 Jahre alt war hat Manfred Rodde mit seiner Wahl zum Bürgermeister ein neues Leben begonnen. Davor hatte er schon ein Vierteljahrhundert bei Siemens in Amberg hinter sich gebracht. "Ich habe damals vom Unternehmen noch eine Auszeichnung als Dienstjubilar bekommen", erinnert sich Rodde an die Zeit vor dem Umzug in Rathaus. "Siemensianer" Rodde war ein Elektro-Ingenieur, der in einer Entwicklungsabteilung eingesetzt war und es zum Dienststellenleiter brachte. Getüftelt hat er schon immer gerne. Am liebsten erinnert sich Rodde daran, wie er einmal ohne jede Vorkenntnis, nur mit einem gekauften Ratgeberbuch an der Hand, die Zylinderkopfdichtung seines Autos ausgewechselt hat. "Und es hat funktioniert!"

Sein abschließender Wunsch im Gespräch mit dem NT lautet so: "Das bevorstehende 1000-Jährige des Marktes sollten wir in Schwarzenfeld als Anlass nehmen, näher zusammen zu rücken und das Gemeinsame herauszustreichen." Aber bis dahin ist noch etwas Zeit. Heute wird erst einmal das "60-Jährige" des Bürgermeisters gefeiert. Auch die NT-Redaktion, die die faire Zusammenarbeit mit Manfred Rodde schätzt, wünscht auf diesem Weg alles Gute!
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