Rückzugsorte schaffen

Vorsitzender Uwe Deeg überreicht an Balduin Schönberger für seinen Vortrag ein Erinnerungsgeschenk. Bild: ksi
Lokales
Schwarzenfeld
24.10.2015
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Das Wort Graugänse lässt die Jäger schaudern. Denn es gibt zu viele dieser Vögel, sie fressen alles kahl. "Der Schaden ist nicht mehr hinnehmbar", betonte Uwe Deeg von der Hegegemeinschaft Schwarzenfeld.

Die Jagdhorn Bläsergruppe Schwarzenfeld unter Leitung von Hornmeisterin Ursula Nückel spielte zur Begrüßung und Eröffnung der Versammlung Jagdsignale, bevor Vorsitzender Uwe Deeg berichtete, dass die Gemeinschaft zur Zeit 148 Personen umfasse - drei mehr als im Vorjahr. Die jagdbare Grundstücksfläche beträgt 11 120 Hektar und erstreckt sich über 16 Gemeinden und drei Eigenjagdreviere.

Anschließend berichtete Deeg über die Termine der Hegegemeinschaft und stellt fest stellt dabei die 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Schwarzenfeld besonders heraus, an der sich das Jahr über auch immer wieder die Jägerschaft beteiligt habe. Beim Bürgerschießen der Schützengilde Kleeblatt Frotzersricht konnten die Jäger den ersten und zweiten Platz für sich entscheiden. Einen Platz im Programm nahm auch die Hegeschau im Jugendheim ein. Mit Freude erinnerte Deeg überdies an das Landkreisbläsertreffen im Schlosspark, das in Verbindung mit dem Fischerfest über die Bühne ging.

"Jäger und Fischer sind für die Natur eine Einheit", versicherte der Vorsitzende. Das Anwachsen der Population der Graugänsen stelle die Jäger vor ein Problem. Es seien den Gänsen dringend Äsungsflächen anzubieten, die "klassische Jagd reicht nicht mehr aus". Überdies sei der Abschuss der großen Anzahl anzupassen, um einer Lösung näherzukommen.

Ein weiterer Punkt der Ausführungen stellte die Änderung des Jagdgesetzes dar. "Wir müssen die Augen offen halten, dass eine Änderung des Bayerischen Jagdgesetzes nicht ohne unser Zutun stattfindet", mahnte Deeg. Ein Vorteil bestehe darin, dass das Bundeskriminalamt keine Bedenken habe, wenn auf einem Jagdgewehr ein Schalldämpfer angebracht werde.

Wildtiere fördern

Balduin Schönberger berichtete umfangreich über das Thema "Lebensräume verbessern, Wildtiere fördern, Mensch und Natur verbinden". Jäger und Landwirte sollen sich auf Freiwilligkeit im Dialog einigen, sagte er. Die Kooperation zwischen beiden Lagern bringe für Mensch, Wild und Natur Vorteile.

Um großen Schaden durch die Jagd in den Feldern und Wiesen zu vermeiden könnte man mit Blühmischungen an Bachläufen oder Waldrändern Lebensraum für Wildtiere, Vögel und Insekten schaffen. Hecken und Feldgehölze würden der Wasser- und Winderosion vorbeugen und Rückzug und Nahrungsräume bieten. Um an die Fördergelder zu gelangen, müssten die Größen und Abstände eingehalten werden.

Das Ziel der Jäger und Landwirte sollte es sein, Lebensräume für Wildtiere zu erhalten und neue zu schaffen, forderte Schönberger. Er plädierte für eine Fülle an Maßnahmen für die Wildtiere, für Feldhasen, Rebhühner und Rehen bis zu den Feldvögeln und zu den Bienen und Schmetterlingen.

Deeg gab abschließend nach einer kurzen Diskussion Termine bekannt. Die Salzbestellung wird wieder angeboten; die Hubertusmesse findet in Schwarzenfeld am 31. Oktober um 18 Uhr in Pfarrkirche statt.
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