Schnelle, neue Welt

Planer Josef Ledermann und Bürgermeister Manfred Rodde besprechen sich. Bild: Dobler
Lokales
Schwarzenfeld
24.04.2015
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Auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, also auf eine ziemlich schnelle Übertragungsgeschwindigkeit im Internet, können sich die Schwarzenfelder freuen. Aber nicht alle und nicht mehr heuer.

Der beratende Ingenieur Josef Ledermann aus Freising stellte dem Marktrat am Mittwoch die Ergebnisse des Markterkundungsverfahrens beim Thema Breitbanderschließung vor. Und er half den Räten, das Erschließungsgebiet festzulegen. Das war schnell erledigt: "Das gesamte Gemeindegebiet wird erschlossen." Dabei werden die Ortsteile, die weit draußen liegen, mit Glasfaserkabel angeschlossen.

Für den großen Rest, also vor allem den Kernort Schwarzenfeld selbst, läuft es anders. Hier soll von der zentralen Vermittlungsstelle beim Bahnhof Glasfaserkabel zu insgesamt 22 Verteilerkästen verlegt werden. Vom Verteiler am Straßenrand geht es dann per Kupferkabel weiter nach Hause (siehe Grafik). Das bringt in der Regel 30 bis 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an Übertragungsrate. Ausgenommen sind 151 Haushalte im Zentrum, die nur über Glasfaser beliefert werden. Besonders schnelles Internet erhalten auch die Industriegebiete.

Das Ganze wird nicht billig und hat einen Haken: Die Kabelleitungen werden von einem Privatunternehmen verlegt und gehören ihm dann auch - egal, ob der Markt und der Staat mitzahlen. Rechnet sich die Investition nach sieben Jahren nicht, dann kann der Privatinvestor theoretisch das Netz wieder abschalten.

Ledermann hatte ausgerechnet, wie viel Geld vermutlich für die komplette Versorgung Schwarzenfelds mit schnellem Internet ausgegeben werden muss. Er kam auf eine Summe zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro. Davon fließt an den Investor wahrscheinlich ein gutes Drittel aus Erlösen wieder zurück. Eine dreiviertel Million Euro der Investitionskosten gibt es vom Freistaat als Zuschuss - aber den großen Rest von 0,7 bis 1,2 Millionen Euro muss der Markt aus eigener Kasse zahlen.

2016 könnten die Arbeiten losgehen, zeigte sich der Ingenieur überzeugt. Er wies darauf hin, dass sich niemand anschließen lassen muss, da so ein Anschluss für den Privatmann ja auch etwas kostet - ein paar hundert Euro für den Hausanschluss und dann jedes Monat Gebühren. "Der Versorgungauftrag der Gemeinde endet an der Grundstücksgrenze", machte der Marktrat klar - wer das schnelle Internet im Haus haben will, muss also für die letzten Meter Anschluss selbst sorgen. Der Marktrat gab grünes Licht für das weitere Verfahren, bei dem nun ein Anbieter gefunden werden muss.
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