Siedler als starke Gruppe

Lokales
Schwarzenfeld
27.07.2015
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Seit 75 Jahren gibt es die Siedlergemeinschaft in Schwarzenfeld. Als sie den Sprung in den Marktrat schaffte, wurde sie auch zur politischen Macht. Politische Töne gab es folglich auch beim Jubiläumsfest zu hören.

Als Festredner gewann die Gemeinschaft Siegmund Schauer, den Präsident des Landesverbandes Bayern. Er gratuliert zum Jubiläum und stellte die Arbeit des Landesverbandes und der Siedler-Gemeinschaften in den Mittelpunkt seiner Rede. Schauer wies darauf hin, dass die Siedlergemeinschaft Schwarzenfeld mit ihren 887 Mitgliedern die zweitgrößte Gruppe in Bayern sei. Durch den Einsatz ihrer Markträte konnte vieles für die Bürger eingebracht und erreicht werden.

Ärger mit den Straßen

Ein belastendes Thema sind für die Hausbesitzer die Straßenabrechnungen der Kommunen, die sehr unterschiedlich ausfallen. Der Landesverband strebe an, mit einer Petition von über 50 000 Unterschriften an den Innenminister eine Gleichstellung aller Hausbesitzer in Bayern zu erreichen. "Das Gesetz muss geändert werden, aber noch weit wichtiger wäre es, die Beitragssteuersatzung abzuschaffen", forderte der Präsident. Die Kommunen sollten die Straßensanierung finanziell übernehmen, möchte der Landesverband erreichen. Denn wenn Hausbesitzer nach etwa 20 Jahren ihr Wohneigentum bezahlt haben, würden sie mit einer großen Summe für Straßenkosten plötzlich erneut zur Kasse gebeten.

Große Grundstücke

Als Stellvertreter des Landrats wies Joachim Hanisch darauf hin, dass die Beiträge der Straßensanierung auf mehrere Jahre verteilt bezahlen zu können. Die Siedler würden sich dafür einsetzen, reiche und arme Kommunen anzugleichen.

Bürgermeister Manfred Rodde, selbst in der Siedlung aufgewachsen, wusste noch, wie Wohneigentum geschaffen wurde und einzelne Häuser zu einem Ortsteil gewachsen sind. Die großen Grundstücke dienten zur Kleintierhaltung und als gärtnerische Grundlage der Ernährung. Für das Zusammenleben in harmonischer Gemeinschaft biete das Eigenheim eine besondere Atmosphäre.

Ehrenvorstand und Bezirksvorsitzender Christian Benoist fügte hinzu, dass Ehrenamt die Basis einer Gemeinschaft sei: "Das Ehrenamt im Team stärkt die Gemeinschaft." Schirmherr Fabian Mauderer sagte, dass er schon als junger Mann mit der Siedlergemeinschaft eng verbunden war und erinnert sich an sein erstes Zeltlager mit der Siedler-Jugend.

Blick in die Chronik

Chronist Rudolf Boritzka zeigt den Werdegang der Siedler in Schrift und Bild auf. Von kleinen Anfängen mit zehn Mitgliedern im Gründungsjahr ist die Gemeinschaft nach nur zehn Jahren auf 50 gewachsen. 1990 waren es 275 Person und 2010 schon 858 Mitglieder. In einem kleinen Heim hatte man Unterschlupf, das zwischenzeitlich zu einem Schmuckstück am Lothradweg umgebaut und erweitert wurde. Anbauten von Nebengebäuden folgten. Geräte wie Zelte, Rüttelplatten, Stampfer, Leiter, Anhänger und andere stehen gegen eine kleine Gebühr jedes Mitglied zur Verfügung. Und eine Vereinsfahne wurde gekauft. Der hartnäckige Arbeit des Vereins verdankt manch einer der 122 Hausbesitzer, dass ihr Wohneigentum im Jahre 1959 durch Beurkundung im Besitz überging.

1967 wurde dann eine Frauengruppe gegründet, eine Jugendgruppe folgte 1985. Der damalige Vorstand Hans Jobst regte an, einen Spiel- und Bolzplatz zu für die Jüngsten durch Umgestaltung eines Grundstückes zu erstellen. Jugendzeltlager fanden statt und es gibt sie bis heute.
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