Sinkende Holzvermarktung: Experte aus dem Nachbarland schüttelt da den Kopf
Kapital aus dem Wald schlagen

Geschäftsführer Reinhard Kreußel, Obmann Rudolf Rosenstatter, die Geschäftsführerin der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberpfalz, Martina Möhl, und Vorsitzender Georg Hottner (von links) warben für eine nachhaltige Forstwirtschaft. Bild: rid
Lokales
Schwarzenfeld
28.03.2015
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Weil sie derzeit für ihre Erträge kaum Zinsen bekommen, lassen die Waldbesitzer ihre Bestände lieber stehen. Die Mitglieder der Waldbesitzervereinigung Nabburg-Burglengenfeld brachten 2014 nur die Hälfte der möglichen Mengen zur Vermarktung. Dafür hat Rudolf Rosenstatter, Obmann des Waldverbandes Österreich, kein Verständnis. "Holz ist der Rohstoff der Zukunft", machte er den Waldbesitzern im Jugendheim klar.

Die WBV zählt 1517 Mitglieder (plus 17), die 17 080 Hektar Wald (plus 107) zwischen Wernberg-Köblitz und Burglengenfeld bewirtschaften. Nur etwa ein Viertel der Organisierten liefert jährlich Holz zur Vermarktung ab. Im vergangenen Jahr waren dies 51 000 Festmeter und damit nur die Hälfte dessen, was die Wälder eigentlich "hergegeben" hätten. Und dies trotz des guten Preises von 65,20 Euro pro Festmeter. Der Umsatz verringerte sich dadurch gegenüber dem Rekordjahr 2013 gleich um 1,5 Millionen und betrug 3,4 Millionen Euro. Reinhard Kreußel, Geschäftsführer der WBV, redete den Mitgliedern ins Gewissen: "Nur eine nachhaltige Nutzung schafft ertragreiche Wälder". Wer die Zuwächse nicht nutze, betreibe ein "Minusgeschäft". Erträge aus der Holzvermarktung müsse man momentan nicht zwingend auf dem Geldmarkt anlegen, sondern könne sie auch sinnvoll in die Pflege und Erschließung der Wälder investieren.

"Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sichert den Familien das Einkommen und der Gesellschaft den Zugang zum wertvollen Rohstoff Holz", betonte der Land- und Forstwirt Rudolf Rosenstatter. Für den Unternehmer aus dem Salzburger Land gewährleiste eine multifunktionale Waldbewirtschaftung "die Nutz-, Schutz-, und Erholungswirkung unserer Wälder". Österreich habe der Ressource "Holz" Priorität eingeräumt, versicherte der Inhaber eines Forstbetriebes in Nußdorf. Holz sei nicht nur Energieträger, sondern vielseitig einsetzbarer Rohstoff für das produzierende Gewerbe und wirtschaftlich noch längst nicht ausgeschöpft. Rosenstatter erwartet von Politik und Gesellschaft "ein klares Bekenntnis zum Rohstoff".

Der WBV-Vorsitzende Georg Hottner informierte die Mitglieder über die personelle Neugliederung der Geschäftsstelle. Mit Reinhard Kreußel, Bernhard Irlbacher und Yvonne Wolfrum teilen sich jetzt drei gleichberechtigte Geschäftsführer die kaufmännischen und forsttechnischen Aufgaben auf.
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