Sorge um Zukunft der Iraner

Einsam geht eine Asylbewerberin den weiten Weg vom Einkauf im Schwarzenfelder Zentrum zum Reiterhof in Traunricht, wo sie und ihre Familie leben. Die Strecke ist nicht ungefährlich, denn neben der Kreisstraße gibt es keinen Bürgersteig. Bild: Dobler
Lokales
Schwarzenfeld
14.02.2015
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Sie sind Fremde in einem fremden Land. Sie benötigen Hilfe und bekommen sie auch - aber noch viel zu wenig. "Als Ehrenamtliche vor Ort erleben wir, was nicht gut läuft", klagte Pfarrerin Heidi Gentzwein, die sich von Anfang an für die Asylbewerber eingesetzt hat. Aber wo bleiben weitere helfende Hände?

Seit zwei Jahren leben Asylbewerber in wechselnder Zahl im Reiterhof in Traunricht. Derzeit sind es 24 Menschen, unter ihnen Kinder, davon sechs aus Georgien, fünf aus dem Iran, vier Syrer, vier Russen und noch weitere aus Armenien, dem Kosovo und Serbien.

Schon bald nach der Ankunft der ersten Asylbewerber traf sich im evangelischen Gemeindesaal ein Runder Tisch, um die Unterstützung für die orientierungslosen Menschen zu organisieren. Es fand sich ein kleiner Kreis von vier Frauen, der sich seitdem regelmäßig um die Menschen im Reiterhof kümmert - aber es sollten mehr sein, wünscht sich Pfarrerin Gentzwein. Und sie würde sich freuen, wenn sich der Landkreis noch stärker engagieren würde, etwa durch Sozialarbeiter. Wünschen würde sie sich auch Hilfe bei der Vernetzung der Ehrenamtlichen oder den Einsatz von Sprachpaten.

Seltsam kommt der Pfarrerin vor, dass die Grundschulkinder eine Schule in Schwandorf besuchen müssen und nicht im Ort selbst beschult werden. Außerdem bedauert sie, dass es zum Teil keinen Gehsteig für den Weg vom Asylheim in das Zentrum zum Einkaufen gibt. "Es ist ein Wunder, dass es hier noch zu keinen Unfällen gekommen ist."

Gentzwein stößt hier ins gleiche Horn wie Markträtin Gabi Wittleben und der zwischenzeitlich verstorbene Marktrat Ernst Münch. Beide hatten schon früher für einen Gehsteig plädiert.

Besonders am Herzen liegen dem kleinen Betreuerteam die jungen Männer aus dem Iran, die wegen ihres christlichen Glaubens geflohen sind. Sie bekommen keine Anerkennung, werden aber auch nicht abgeschoben, "wobei jetzt verstärkt Druck ausgeübt wird, dass sie Deutschland freiwillig verlassen".

Die Iraner, die systematisch mürbe gemacht würden, fürchten um ihr Leben, wenn sie zurückkehren müssen, versicherte die Pfarrerin, die sich deswegen schon hilfesuchend an Landrat Thomas Ebeling gewandt hat.
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