Sture Eigentümer desillusionieren

Dr. Ulrich Wieler moderierte in dieser Woche drei Veranstaltungen, in denen über die Zukunft der fünf Gemeinden Nabburg, Pfreimd, Schwarzenfeld, Trausnitz und Wernberg-Köblitz nachgedacht wurde. Auftakt war Mittwochabend in Schwarzenfeld. Bild: Baehnisch
Lokales
Schwarzenfeld
17.10.2014
8
0

Bürgermeister und Gemeinderäte raufen sich in vielen Orten des Landkreises die Haare büschelweise. Wie kann man nur die ewigen Leerstände von Gebäuden in den Zentren der Gemeinden beseitigen? Auf diese und ähnliche Fragen suchte eine offene Denkwerkstatt Antworten. Und entwickelte einige praktikable Überlegungen.

"Bauen und Gebautes" hieß die Diskussionsveranstaltung im Jugendheim, zu der Bürger aus Nabburg, Pfreimd, Schwarzenfeld, Trausnitz und Wernberg-Köblitz eingeladen waren. Allerdings hielt sich der Andrang in Grenzen. Etwa zwei Dutzend Interessierte hatten den Weg auf den Miesberg gefunden und beteiligten sich engagiert - unter ihnen einige Kommunalpolitiker sowie die Bürgermeister Manfred Rodde (Schwarzenfeld) und Richard Tischler (Pfreimd).

Die "Bürgerwerkstatt" blickte auf alte und neue Gebäude, auf Privathäuser, auf Ortsbilder, Plätze und Straßen. "Es geht um Stadtsanierung und Dorferneuerung - und um die Fragen: Lohnt es für Hausbesitzer zu renovieren, zu vermieten, zu verkaufen?", sagte Dr. Ulrich Wieler, der den Abend moderierte.

Ein zentrales Thema war das Bauen im Altbestand. Verknüpft natürlich mit der Frage, was man für weniger Leerstand tun könne. Denn nicht wenige ärgern sich innerorts über Schandflecke und Schrottimmobilien. Das gilt für alle fünf Kommunen, die bei diesem Thema an einem Strang ziehen, um über mögliche Projekte europäische Fördergelder abschöpfen zu können.

Hintergrund für die Überlegungen, in die auch die Ergebnisse zweier weiter Denkwerkstätten einfließen sollen, die gestern stattfanden (über Jugend in Nabburg und über das Einkaufen in Pfreimd) ist ein Bandwurmbegriff: das integrierte interkommunale städtebauliche Entwicklungskonzept zur Förderung integrierter räumlicher Entwicklungsmaßnahmen. Abgekürzt als IRE bezeichnet es die Idee, dass fünf Orte im Landkreis Schwandorf zusammen schaffen wollen, was allein nicht so einfach wäre. Den Leerstand bekämpfen, beispielsweise.

Denn es ist gar nicht so leicht, junge Familien für ein altes Haus im Zentrum zu begeistern, wenn sie auch am Rand neu bauen könnten. "Man muss da schwere Überzeugungsarbeit leisten", versicherte Wieler und hatte dabei auch die Immobilienbesitzer im Blick. Die ließen oft lieber die Immobilien verfallen, als Familienbesitz zu veräußern. "Wir müssen ihnen klar machen, dass leerstehende Gebäude nicht besser werden und an Wert verlieren - und oft nur noch abzureißen sind." Wieler nennt dies "Desillusions-Arbeit".

Genauso wichtig sei, die öffentliche Räume herzurichten, also die Plätze und Straßen. Dass aber die Innenstädte wieder so werden wie in den 1970er Jahren, also voller Einkaufsleben, das glaubt Experte Wieler dann doch nicht.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.