Theaterstück als Geschenk

Die Darsteller für das historische Festspiel über die Holnsteiner, die früheren Eigentümer des Schlosses, mit Regisseurin Jutta Bollwein (sitzend rechts), Co-Regisseur Hans Prüfling (ganz links) und Lisa Wilhelm (daneben) vom Organisationsteam zur 1000-Jahr-Feier. Bild: eld
Lokales
Schwarzenfeld
21.01.2015
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Regisseurin Jutta Bollwein atmet durch. "Das war ungeheuer wichtig heute. Und die schwierigste Sitzung insgesamt. " Die Rollen für das Festspiel "Die Holnsteiner - von Dame, König und Rossober" sind verteilt. Es ist ein Etappenziel auf dem Weg zur Premiere am 9. Oktober.

Und am Montag beginnen die Proben beim Kellerwirt, am Dienstag steht gleich die nächste an. Der Kalender ist für die 26 Laienschauspieler voll, für die Regisseurin proppenvoll. Der Markt feiert heuer 1000. Geburtstag und er macht sich mit einem historischen Fest spiel über das Grafengeschlecht der Holnsteiner, eng verwandt mit den Wittelsbachern, ein Geschenk.

"Die Idee ist von mir", sagt Lisa Wilhelm, die zum Kernteam für die Organisation des Jubiläumjahres gehört. Sie ist stolz auf "ihr Kind." Zur 1000-Jahr-Feier gehört ihrer Auffassung nach das Grafengeschlecht und wie kann man es besser in Szene setzen als mit einem Festspiel. "Ich brauch' Sie", sagte sie vergangenen August zu Jutta Bollwein. Da gab es noch nichts, keine Geschichte, kein Drehbuch - nur Lisa Wilhelms Idee wohlgemerkt.

Bei den Schwestern Helga Katrin Stano und Jutta Bollwein traf sie auf offene Ohren und genau die Richtigen. Erst kniete sich Helga Stano für ihren Heimatort rein. Sie schrieb einen Dreiakter, ließ sich die geschichtlichen Fakten vom profunden Holnstein-Kenner, Archivar Martin Irl, absegnen. Dann machte sich Jutta Bollwein an die Bühnenfassung. "Die Historie stimmt, die Dialoge sind erfunden."

Auch im Dialekt

Das Stück spielt in München, Fronberg und Schwarzenfeld, bei Hofe wird hochdeutsch gesprochen, in Schwarzenfeld oberpfälzisch. Ein Fürst von Bismarck (Josef Dirrigl) verlangt per se eine gewisse Etikette. Er tritt im dritten Akt auf. Es geht um die Reichsgründung. Ludwig II. ist König. Im Zusammenhang mit dessen Tod hat Maximilian von Holnstein eine zweifelhafte Bekanntheit erlangt.

Der erste Akt, um 1723, lässt aus einem kurfürstlichen Seitensprung die Grafen von Holnstein erwachsen. Im zweiten Akt, rund 100 Jahre später, ist Caroline von Spiering, die Gemahlin von Karl Theodor Graf von Holnstein nicht nur der von König Ludwig I. umschwärmte Mittelpunkt der höfischen Gesellschaft.

Das Stück braucht viele Darsteller, statt ein paar weniger Hauptfiguren mehrere, zum Beispiel Kurfürst Karl Albrecht (Alexander Spitzer), Erzherzogin Maria Amalie (Gabi Wittleben) und Carlotta von Ingenheim (Silke Sobota) oder Karl Theodor von Holnstein (Gerhard Peter) und Caroline von Spiering (Julia Ziermeier), König Ludwig (Julius Prüfling), Max von Holnstein (Stefan Neubauer), und Dr. Gudden (Alexander Schmid). Für sie sowie Hofdamen, Diener oder Knechte heißt es weniger, Text lernen, "allerdings so schnell wie möglich", rät Co-Regisseur Hans Prüfling.

"Ihr seid das Volk"

Bei den Proben geht es vorrangig um Gestik, Mimik, Bewegung oder Sprechen. Schon bei kurzen Leseproben bei der Rollenverteilung ermuntert Bollwein die "Schwarzenfelder": "Ihr seid das Volk. Ein Volk, des sodert, des tratscht." In den nächsten Wochen und Monaten wird das und noch viel mehr geübt.
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