Training für Lachmuskeln

Als einer, der aus Furth im Wald kommt, spricht Toni Lauerer seiner Ansicht nach reinstes Bairisch und erklärt, dass er deshalb in "Minga" schon für einen Ausländer gehalten wurde. Bild: tie
Lokales
Schwarzenfeld
21.09.2015
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Toni Lauerer bringt sein Publikum mit seinem Programm "eigentlich is wurscht" im Jugendheim Schwarzenfeld in beste Laune. Die Vorstellung war ausverkauft.

Der Saal im Jugendheim Schwarzenfeld war voll wie selten und das Publikum erhoffte sich jede Menge Kabarett und Comedy vom Gast des späten Sonntag-Nachmittags: Toni Lauerer. Er gehört zu der Zunft von Kabarettisten, deren schonungsloses Aufdecken von Verhaltensweisen in manchen Situationen eben nicht Besserwisserei darstellt, sondern humorvolle Belehrung hinterrücks vermittelt und dabei noch dazu so tut, als wäre man als Betroffener selbst draufgekommen.

Die Auftaktveranstaltung des Schwarzenfelder Kulturherbstes, der heuer zum ersten Mal stattfindet, wird von Toni Lauerer standesgemäß eröffnet. Er betritt die Bühne, freut sich über den ihm entgegen schallenden Beifall und bemerkt, er habe in den letzten Wochen 8 (in Worten: acht!) Kilos abgenommen und erwarte dafür selbstredend einen Sonderbeifall. Der wird ihm gerne gewährt, worauf er auf einige Grundbegriffe der Ernährung hinweist. Seine Erklärung von "Fast food" und seine Spezialgeschichte zu "Drive in" lösen hemmungsloses Gelächter aus. Als einer, der aus Furth im Wald kommt, spricht er natürlich seiner Ansicht nach reinstes Bairisch - eher glaubhaft ist reinstes Oberpfälzisch - und erklärt, dass er deshalb in "Minga" schon für einen Ausländer gehalten wurde.

In den Siebzigern

Dann verweist er darauf, dass er in den "Siebzigern" aufgewachsen sei, bezeichnete sich selbst als "Oldie", der natürlich auf "Oldies" steht (ob er damit wirklich nur Musikstücke meint, bleibt unklar). Er versichert, das sei eine "geile" Zeit gewesen und es sei schade, dass man damals das Wort "geil" gar nicht in der heutigen Bedeutung kannte.

Dann verweist Lauerer auf Unterschiede in der Kleidung der Siebziger und heute. So etwas könne man am besten an Frauen erklären. Die heutige Sichtbarkeit von Frauenbeinen scheint ihn jedenfalls sehr zu beeindrucken. Mobbing gab es damals nicht, jeder "Depp" durfte alles mitmachen. "Bands" gab es noch nicht, dafür "Tanzkapellen". Die Lieblingslieder hießen "Weine nicht, kleine Eva" und "Es gibt nur dich für mich". "Je t'aime" war der Sehnsuchts-Schlager. In den Siebzigern gab es drei Fernsehprogramme. Laut Lauerer hießen sie "Das Erste", "Das Zweite" und "Das Dritte". Heute ist das anders.

Blöde Fragen

Ein Bekannter hat da Freunde, die circa 189 cm groß sind und circa 140 kg wiegen. Sie tauschen Erfahrungen aus und reden auch darüber, dass die Freundin von einem als Hobby "shoppen" hat, worauf er meint "Ich trink lieber a Mass, aber für a Frau reicht a Schoppen".

Intensiv lässt sich Lauerer über "blöde Fragen" aus. Sie werden im Alltag oft gestellt. Wenn eine schlanke Frau plötzlich einen Bauch vor sich herträgt, ist die Frage nach einer Schwangerschaft überflüssig. Wenn eine korpulente Frau gefragt wird, ob sie schwanger sei, kann sie nur hoffen, dass die Fragerei aufhört, wenn sie in drei Jahren immer noch keinen Nachwuchs produziert hat.

Auch Lehrer können blöd fragen, zum Beispiel "Toni, sag, wie viel ist 2+7 ?" Antwort Toni: "Ja, wenn'st du des net woast!" Oder die Frage, wenn jemand heiratet: "Moa epa?" Wenn zwei Jahre später kein Kind da ist: "Koa epa net?" Es gibt auch dumme Antworten. Er fragt seine Frau im Schlafzimmer: "Schläft du schon?" Antwortet sie: "Ja!" Dann erklärte Lauerer "Nordic Schnattering". Das sind Frauen, die zusammen wandern und quatschen. Und so geht es unendlich weiter. Toni Lauerer bringt immer wieder neue Gags hervor, welche die Lachmuskeln des Publikums dauerhaft in Gang setzten. Ein wunderbarer Abend - alle waren begeistert!
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