Überraschende Zahlen bei Besuch des Bauausschusses - Montag bereits Gespräch mit ...
Kläranlage mehr als doppelt ausgelastet

Klärmeister Thomas Hutz (hier mit Bauamts-Chef Gerhard Brunner) erläuterte in der Schaltwarte die Funktionsweise der Anlage. Bilder: Dobler (2)
Lokales
Schwarzenfeld
24.10.2014
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Für 20 000 Einwohnergleichwerte ist die kommunale Kläranlage eigentlich ausgelegt. "Im Jahresmittel 2013 hatten wir aber wegen der Milchwerke 40 00 Einwohnergleichwerte zu bewältigen, bei Spitzen sogar 80 000." Mit diesen Zahlen konfrontierte Klärmeister Thomas Hutz die Mitglieder des Bauausschusses, die am Mittwoch zu einer Besichtigung gekommen waren. Hutz machte deutlich: "40 000 kann man noch verkraften, weil unser Belebungsbecken so groß ist. Aber 80 000: Das waren schon Probleme!"

Einige der Räte betraten mit der Kläranlage Neuland. Für Marktrat Reinhard Meßmann hingegen war es quasi ein Heimspiel. Der Mitarbeiter der Kläranlage nahm in seiner Eigenschaft als Kommunalpolitiker an dieser Führung durch die Anlage bei Irrenlohe teil, die sein Kollege, Klärmeister Thomas Hutz, dem Bauausschuss des Marktrates angedeihen ließ. Hintergrund: dass die Anlage möglicherweise vergrößert wird, weil die Schmutzfracht aus Richtung Milchwerke immer mehr wird.

Vorausgegangen war dieser Besichtigung ein Gespräch mit der Spitze der Milchwerke am Montag dieser Woche, zu dem der gesamte Marktrat in das große Werk an der Molkereistraße eingeladen war. Dort ging es darum, endlich einmal Fakten auf den Tisch zu bekommen, wie sich "Naabtaler" die Lösung des Problems vorstellt, dass ihr Unternehmen die kommunale Kläranlage an den Rand der Funktionstüchtigkeit treibt. Denn noch immer stehen wohl zwei Varianten im Raum: Dass wegen der steigender Anlieferungsmengen aus dem Milchhof die kommunale Kläranlage im Süden des Marktes ausgebaut wird - oder, dass die Milchwerke eine eigene Kläranlage in der Nähe der kommunalen Kläranlage errichten.

Wie sich zeigte, kann der Markt die Kläranlage schon gar nicht mehr alleine betreiben. So erfolgt die Entwässerung des anfallenden Klärschlamms über zwei Zentrifugen der Firma Omros, die seit drei Jahren permanent in der Kläranlage zugange ist. "Das wird alles vom Milchhof bezahlt", machte Bürgermeister Manfred Rodde deutlich. Zwar verfügt auch das Klärwerk selbst über eine Zentrifuge, aber sie ist von der Leistung her so schwach, dass ihr Betrieb schon vor zehn Jahren aufgegeben wurde, nachdem der Klärschlamm nicht mehr flüssig auf Felder ausgebracht werden durfte.
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