Verband fordert Ende der Zwangsmitgliedschaft bei der Sozialversicherung
"Jäger sind keine Unternehmer"

Dr. Günther Baumer: "Eine Novelle des Bundesjagdgesetzes darf keine Verschlechterung für Bayern bedeuten!"
Lokales
Schwarzenfeld
15.12.2014
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Es gibt zwei Themen, die zurzeit die Jägerschaft sehr beschäftigen: Die Jagd auf das zunehmende Schwarzwild und die Zwangsmitgliedschaft in der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Hier muss jeder Jagdpächter Beitrag zahlen. Und das sei ungerecht, erklärte der Oberpfälzer Jäger-Chef Dr. Günther Baumer.

Baumer, der auch Vizepräsident des Landesjagdverbandes ist, sagte bei der Regierungsbezirksversammlung in Schwarzenfeld (Kreis Schwandorf): "Eine Novelle des Bundesjagdgesetzes darf keine Verschlechterung für Bayern bedeuten." Mindeststandards guter jagdlicher Praxis müssten erhalten bleiben, insbesondere bei Fallenjagd, Hundeausbildung und Jagdschutzmaßnahmen. Klare Absagen erteilte der Jäger-Chef den Forderungen des Nabu (Naturschutzbundes) sowie von SPD und Grünen nach Wiedereinführung einer Jagdsteuer.

Über 4000 Unterschriften

Fachwissen bündeln, Kompetenz ausbauen: Das sei die Devise der gegenwärtig entstehenden Akademie für Jagd und Natur. "Die Akademie soll die Fachkompetenz von Jägern sichern und der Gesellschaft vermitteln." Als Erfolg habe sich die Jagd-Rechtsschutzversicherung des BJV erwiesen, schon über 38 000 abgeschlossene Verträge in 128 Mitgliedsvereinen seien zu bilanzieren. Auch eine Versicherung gegen Wildschäden mit 600 Euro Jahresbeitrag und 10 000 Euro Höchstentschädigung pro Jagdrevier bzw. Genossenschaft sei im Gespräch.

Über 4000 Unterschriften gebe es schon für die BJV-Resolution "Schluss mit der Zwangsversicherung!". Es müsse Freiheit bei der Wahl der Versicherung herrschen. "Die private Jagd ist zweifelsfrei reine Freizeitgestaltung und darf als solche nicht in die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau gepresst werden. Politik und Bundesverfassungsgericht sind gefordert", stellte der Jäger-Vizepräsident unmissverständlich fest. Jäger seien nun mal keine Unternehmer.

Zu Lasten der Artenvielfalt

Thomas Schreder vom Landesjagdverband sprach über Bestandsentwicklung des Niederwildes in Bayern. 100 000 Hektar Stilllegungsflächen seien seit 2007 neu unter den Pflug gekommen, die Maisanbaufläche habe sich fast verdoppelt auf mehr als ein Viertel der bayerischen Äcker. Das gehe klar zu Lasten der Artenvielfalt.
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