Marktgemeinde unterwegs auf neuen Wegen
Gut besuchte Bürgerversammlung

Mit einer "kleinen Generalsanierung" will der Markt die Schule zukunftsfit machen. Bild: Dobler
Politik
Schwarzenfeld
03.02.2016
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Rede und Antwort stand Bürgermeister Manfred Rodde (rechts) den Besuchern der Bürgerversammlung im Sportpark. Bild: Baehnisch

Acht Themen erörterte Bürgermeister Manfred Rodde bei der Bürgerversammlung. Dabei zeigte sich, dass der Markt derzeit in verschiedenen Bereichen Neuland betritt. Auch gegen Widerstände.

Widerspruch gab es in der letzten Zeit im Zusammenhang mit dem ständig expandierenden Milchwerk. Das ist ein wichtiger Arbeitgeber und so nimmt es nicht wunder, dass Rathaus und Marktrat für das Wohlergehen des Betriebs so manches zu tun bereit sind. So wurde beispielsweise der Flächennutzungsplan verändert, damit die Molkerei ein 40 Meter hohes Lager bauen kann, vor dessen Wuchtigkeit manchem im Ort graust.

Höhere Abwassergebühren


Ähnliches gilt für die Bereitschaft des Marktes, die Milchwerke aus dem Anschlusszwang an die kommunale Kläranlage zu entlassen. Wie bekannt, baut das Unternehmen derzeit eine eigene Kläranlage. Was für die Bürger wiederum dazu führen könnte, dass die Abwassergebühren steigen.

Der Bürgermeister erklärte und verteidigte die Entscheidungen, wies auf das weitreichende finanzielle Entgegenkommen der Milchwerke hin und auf die Rücklagen des Marktes: "Die werden wir zum Ausgleich bei Gebührenschwankungen hernehmen."

Dazu kommt, dass die Kläranlage des Marktes, die derzeit wegen der Belastung mit den Abwässern der Molkerei zu klein dimensioniert ist, nach dem Neubau der Privatkläranlage des Unternehmens plötzlich viel zu groß dasteht. "Umbau" ist hier das Thema, von bislang 20 000 auf nur mehr 10 000 Einwohnergleichwerte. "Wir werden also eine von zwei Reinigungs-Straßen stilllegen und die Anlage sanieren." Die Kosten trägt der Milchhof zur Freude der Kommune mit.

Mehr Trinkwasser nötig


Mit den Milchwerken zu tun hat auch der Fakt, dass der Ort bei der Frischwasser-Gewinnung an seine Grenzen stößt. Denn das Unternehmen braucht ständig mehr frisches Wasser. Sieben von zehn Litern, die aus den Schwarzenfelder Brunnen gefördert werden, fließen in die Molkerei - Tendenz steigend. "Das wird ein kostenintensives Thema für die nächsten Jahre", kündigte Rodde an. Zwar gebe es in der Bodenwöhrer Senke jede Menge Wasser, "aber es ist nicht leicht, Wasserrechte zu bekommen".

Das wird ein kostenintensives Thema für die nächsten Jahre.Bürgermeister Manfred Rodde über den steigenden Bedarf an Trinkwasser

Teuer: Schulsanierung


Ein weiteres zentrales Thema des Abends war der Umbau der Schule. Er soll in diesem Jahr mit der Erneuerung der Heizungsanlage beginnen und sich bis 2019 hinziehen. "Kleine Generalsanierung" nennt sich die Maßnahme etwas verniedlichend, da sie trotzdem mit 6,4 Millionen Euro zu Buche schlagen und damit das größte Vorhaben der kommenden Jahre darstellen wird. Natürlich hofft man im Rathaus, dass der Staat kräftig mitzahlt. In den nächsten Monaten muss ein entsprechender Förderantrag geschrieben und eingereicht werden.

Rege Bautätigkeit im Markt


Deutlich erfreulicher war das Thema "Bautätigkeit in Schwarzenfeld". Rodde sprach von einer "regen Bautätigkeit" und einer "beeindruckenden Zahl an Bauvorhaben in den letzten drei Jahren". In Zahlen ausgedrückt: Seit 2013 wurden im Ort 72 Ein- und Mehrfamilienhäuser hochgezogen, 34 gewerbliche Bauvorhaben realisiert und zahlreiche An- und Umbauten genehmigt.

Bevor ein neues Baugebiet ausgewiesen wird, müssten erst die 204 freien und erschlossenen Grundstücke bebaut werden, die es im Ort gibt. Aber das wird schwer, denn die meisten Besitzer gaben auf Nachfrage an, genau dies nicht vorzuhaben. Weitere Artikel folgen.

Aus der StatistikDie Marktgemeinde Schwarzenfeld zählt derzeit 6286 Bürger - das sind 61 weniger als im Jahr zuvor. Trotzdem ziehen mehr Leute her als weg. "Wir bräuchten noch mehr Wohnungen", wünschte sich Bürgermeister Manfred Rodde bei der Bürgerversammlung, wo er den Ort als "attraktive Wohngegend" titulierte. Mit dieser Einschätzung geht konform, dass der Einkommensteuer-Anteil, den die Gemeinde erhält, im Jahr 2015 so hoch war wie nie (2,9 Millionen Euro). Die Schulden des Marktes werden hingegen von Jahr zu Jahr weniger und liegen aktuell bei 2,5 Millionen Euro oder 399 Euro pro Kopf. Das ist nur knapp halb soviel wie der Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen. Sehr hoch sind hingegen die Rücklagen des Marktes. Sie betragen allein für den Bereich Abwasser 1,3 Millionen Euro. (td)
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