Mit ISEK Nachdenken über den Ort
Marktrat spricht sich für integrierte Stadtentwicklung aus

Nicht nur Leerstände, sondern auch Leer-Stellen im Ortsbild und den Baugebieten machen dem Marktrat zu schaffen. Ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept soll künftig Anregungen geben, wie man mit der Situation umgeht. Bild: Steinbacher
Politik
Schwarzenfeld
20.02.2016
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Weil heutzutage alles abgekürzt wird, gibt es auch für das Wortungetüm "Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept" eine Abkürzung: ISEK. Der Marktrat hat sich schon früher damit beschäftigt, kürzlich war sie dem Bürgermeister bei der Bürgerversammlung längere Ausführungen wert.

Nun war der Schwarzenfelder Stadtplaner Dr. Emil Lehner (Weiden) zu Gast in der Ratssitzung, um noch einmal für ISEK die Lanze zu brechen. "Integrierte Stadtentwicklung" bedeutet, bei der Entwicklung des Ortes Siedlungsstruktur, Verkehr, Umwelt und soziale Belange im Zusammenhang zu betrachten. Ziel ist, bei immer schnellerer Veränderung von Rahmenbedingungen und Anforderungen eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.

ISEK beschlossen


Bürgermeister Manfred Rodde erinnerte daran, dass am 4. November vergangenen Jahres im Zuge eines Städtebauförder-Antrags vom Marktrat die Erstellung eines "Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts" beschlossen wurde. Dazu will man zehn Architektur- und Planungsbüros anschreiben und aus ihnen vier auswählen, die sich dann dem Marktrat mit ihrem Konzept vorstellen werden. Eines bekommt schließlich den Auftrag und begleitet den Ort und seine Entscheider, aber auch die Bürger durch den Prozess der Bewusstmachung und Vorausschau.

Die Erarbeitung des Konzeptes gründet sich auf den Dialog der Bürger und Akteure mit den Fachplanern und der Verwaltung. In diesem Prozess wird die Binnensicht der Bürger und der lokalen Akteure mit der Außensicht der Fachplaner rückgekoppelt und in ein realistisches Gesamtbild der Stadt, ihrer Probleme aber auch ihrer Chancen überführt.

"Leerstand bekämpfen" ist auch eine der Zielrichtungen von ISEK. Aber nicht nur Leerstände, sondern auch Leer-Stellen in den Baugebieten machen dem Rat zu schaffen. Zum Beispiel ist das Baugebiet Flora fast ausverkauft - 38 Grundstücke wechselten bereits die Besitzer, 9 Flächen sind noch zu haben. Und danach? Ein neues Baugebiet auszuweisen ist schwierig, solange es im Markt noch insgesamt 204 Baulücken gibt, die über die ganze Fläche des Ortes verstreut liegen und eigentlich sofort bebaut werden könnten.

Befassen musste sich der Marktrat diese Woche auch mit den Pumpwerken der Abwasseranlage. Fünf von ihnen sind über das Gebiet des Marktes verstreut, bei mindestens einem ist es "Zehn nach Zwölf", was Elektrotechnik anbelangt, wie Marktrat Reinhard Meßmann wusste, der in der Kläranlage beschäftigt ist.

50 000 Euro pro Pumpwerk


Nachdem die Verwaltung zunächst für drei Pumpwerke empfohlen hatte, die veraltete Elektro- und Messtechnik zu erneuern und die Pumpwerke an das Prozessleitsystem anzuschließen, drängten die Räte darauf, die Planungen für alle fünf Anlagen vornehmen zu lassen. Dass danach nicht gleich alle Pumpwerke hergerichtet werden, blieb davon unbenommen.

Die Angelegenheit ist auch nicht ganz billig. Ein Planungsbüro hatte für die Ausführung der Maßnahmen ungefähr 50 000 Euro pro Pumpwerk an Kosten angesetzt.
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