Schwarzenfeld: Bald neues Lokal im Katholischen Jugendheim?
Junger Koch zeigt Interesse

Politik
Schwarzenfeld
11.07.2015
20
0

Das Katholische Jugendheim ist eine der wichtigsten Gaststätten der Mittleren Oberpfalz. Derzeit deutet alles darauf hin, dass ein junger Koch und seine Lebensgefährtin, auch sie Köchin, die große Immobilie erwerben wollen, um sie als gutbürgerliches Lokal mit Saal weiterzuführen.

Der Notarvertrag für den Verkauf des Gebäudes, dem das "katholisch" im Namen wohl abhanden kommen wird, lag bis vor kurzem zur Prüfung in der Bischöflichen Finanzkammer in Regensburg. "Wir haben den Kaufvertrag genehmigt und ihn zurück an den Notar gegeben," informierte gestern Jakob Schötz, der stellvertretende Pressesprecher der Bischöflichen Presse- und Medienabteilung.

Damit kommt ein Prozess zum Abschluss, der vor gut zwei Jahren begonnen hat. Damals machten sich die Bischöfliche Finanzkammer und das Baureferat der Diözese Gedanken über die Immobilien der Kirche in Schwarzenfeld. Sie kamen bei einer Revision der Raumplanung zu dem Schluss, dass das Haus am Miesberg "viel zu groß" und außerdem ziemlich abgelegen sei. Das neue Pfarrzentrum werde zusammen mit dem neuen Pfarrhaus "an zentraler Stelle" in der Marktgemeinde stehen, hieß es.

Früher im "Birkenhof"

Zwischenzeitlich ist das neue Pfarrhaus errichtet und bezogen. Es gibt überdies den Plan, das Gemeindezentrum vom Miesberg herunter in das alte Pfarrhaus bei der Marienkirche zu verlegen, dessen oberer Stock derzeit von der Marktgemeinde angemietet ist.

Erfreulich war schließlich kurz vor Weihnachten 2014 die Nachricht, dass sich ein Wirte-Paar aus der Region für das große Jugendheim und seine Gaststätte "Miesbergstuben" interessiere. Wie es aussieht, ist man sich handelseins geworden. Bei dem Interessenten handelt es sich nach Recherchen unserer Zeitung um den 27-jährigen Markus Neudert, einen Schwaben, der unter anderem bereits im Hotel "Birkenhof" in Hofenstetten bei Sternekoch Hubert Obendorfer beschäftigt war.

Kirchenpflegerin Michaela Lang freute sich, "dass das Gebäude als Gastwirtschaft weiterbetrieben wird". Darauf habe man vonseiten der Pfarrei großen Wert gelegt. Es sei schön, dass es jetzt junge Leute bekommen. Bürgermeister Manfred Rodde ist nicht unglücklich, dass der Markt die Immobilie nicht kaufen musste, was als Option einmal im Raum stand. "Aber unser Engagement war immer nur die zweitbeste Möglichkeit", versicherte er. Ihm ist es wichtig, dass das Wirtshaus und der Versammlungsort auf dem Miesberg erhalten bleiben.

Pachtvertrag läuft aus

Die derzeitige Pächterin Maria Dietl (61), die das Lokal zusammen mit ihre Mann (62) seit 19 Jahren betreibt, fühlt sich zwar von der Entwicklung etwas überrollt ("das kam alles so überraschend, ich bin noch gar nicht zum Denken gekommen"), aber auch sie freut sich, dass das Lokal gutbürgerlich bleibt. Zum Ende dieses Jahres wird sie als Pächterin aufhören, da ihr Vertrag ausläuft - und sie wird vermutlich keine neue Gaststätte mehr übernehmen, auch wenn ihr und ihrem Mann bis zum Renteneintritt noch ein paar Jahre fehlen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.