Stromtrasse in weiter Entfernung
Raumordnungsverfahren für den neuen Ostbayernring

Politik
Schwarzenfeld
19.01.2016
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"Keine Einwendungen" hatte der Marktrat, als es um das Raumordnungsverfahren für den neuen Ostbayernring ging. Aber nicht jeder Punkt kam so problemlos über die Bühne.

Der Ersatzneubau für die Stromleitung Ostbayernring beschäftigt seit Monaten die Gemeinden, die am Leitungsstrang liegen. Der Verlauf des neuen Stromnetzes deckt sich zwar überwiegend mit seiner alten Trasse, trotzdem gibt es Wege-Varianten, die zu diskutieren sind. Diese Diskussion läuft unter anderem im Zuge des aktuellen Raumordnungsverfahrens, zu dem der Markt - wie andere auch - eine Stellungnahme abzugeben hatte.

Bürgermeister Manfred Rodde stellte den Räten die Sach- und Rechtslage vor und formulierte einen Beschlussvorschlag, der einstimmig angenommen wurde. Darin wurde festgestellt, dass vonseiten des Marktes Schwarzenfeld keine Einwendungen zum Raumordnungsverfahren für das Vorhaben Ostabayernring-Ersatzneubau der 380-Kilovolt-Leitung bestehen. Begründung: Die vorgesehenen Varianten verlaufen in ziemlich weiter Entfernung zur vorhandenen Bebauung. Und sie widersprechen keinen Planungen des Flächennutzungsplanes des Marktes.

"Wir drehen nochmal eine Ehrenrunde", lautete das Fazit der Diskussion zu einem anderen Thema. Gemeint war die generelle Überarbeitung des Bebauungsplanes Schwarzenfeld Süd durch Architekten Thomas Wein. Es gibt einen Entwurf von Wein, der bereits öffentlich auslag und den als einziger Kreisheimatpfleger Leo Berberich kritisiert hatte. Ziel der Überarbeitung des Planes ist die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum. Erlaubt wären aber auch Dachterrassen, die als sogenannte Dacheinschnitte daherkommen. Daran störte sich Berberich, der eine "harmonische Dachlandschaft" gefährdet sah. Der Marktrat wies diesen Einspruch zurück.

Als problematisch stellte sich allerdings heraus, dass für das gesamte Planungsgebiet eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,5 festgesetzt wurde (Infokasten) . Eine Kontrolle des Entwurfs durch die Verwaltung hatte das ergeben. Wenn man aber die GFZ 0,5 beibehält, würde das neue Beiträge der Anwohner für die Wasserversorgung nach sich ziehen. "Das ist aber nicht in unserem Sinne", hieß es. Nur beim ehemaligen Verkehrsgarten bleibt es (wie bisher schon) bei einer Geschossflächenzahl von 05, für den Rest des Gebiets wird keine Geschossflächenzahl festgelegt.

Dieser Beschluss des Marktrates hat zur Folge, dass in den Plan die neue GFZ-Maßgabe eingearbeitet wird und er noch einmal öffentlich ausgelegt werden muss. Das war mit "Ehrenrunde" gemeint, von der der Bürgermeister gesprochen hat.

Danach richteten die Räte ihre Aufmerksamkeit auf die Straße Am Kohweiher, die im Baugebiet Flora liegt. Es ging um den Wohnhof J. Dort gibt es einen Kaufinteressenten für ein Grundstück. Der Käufer stört sich aber daran, dass gleich neben seinem Besitz eine Reihe von Carports errichtet werden dürfen. Das hätte aber zur Folge, dass Räume im neuen Haus beschattet würden.

Das hat sich bislang als echtes Verkaufshindernis für diese eine Parzelle herausgestellt. Das Plenum entschied nun, den Carport-Bau an dieser speziellen Stelle zu unterbinden. Zwei Räten ging dieses Entgegenkommen allerdings zu weit, sie votierten dagegen.

Irrenlohe "abgeschlossen"


In Irrenlohe ist die Dorferneuerung beendet, die seit 2002 vonstatten ging. Sie beinhaltete einige Straßenbaumaßnahmen und nun wurde aus formellen Gründen eine Zustimmung des Marktes nötig, Unterhalt und Pflege jener Maßnahmen zu übernehmen, die bei der Dorferneuerung verbessert wurden. Der Marktrat hatte nichts dagegen.

GeschossflächenzahlDie Geschossflächenzahl (GFZ) gibt an, wie viel Quadratmeter Geschossfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind. Im Bebauungsplan ist die Geschossflächenzahl ein festgesetzter Wert, um eine Bebauungsdichte zu vermeiden.
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