Vor der Klausur abgefangen
Leise Töne gegen Lärm

Die Nabburger Initiative gegen Bahnlärm demonstrierte vor dem Schloss Schwarzenfeld. Sprecher Anton Schopper brachte Ministerpräsident Horst Seehofer ihr Anliegen vor. Bilder: Götz (2(
Politik
Schwarzenfeld
19.05.2017
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CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer kam als einer der Ersten zur Klausur und stellte sich den Demonstranten und den Journalisten.

"Lärmschutz ist Heimatschutz". Die Worte auf dem Transparent richten sich an Heimat- und Finanzminister Markus Söder. "Herr Dobrindt, wir laden Sie herzlich nach Nabburg ein" gilt am Freitagnachmittag dem Bundesverkehrsminister. Dieser ist der Einladung nicht ganz abgeneigt.

Schwarzenfeld/Nabburg. Die Nabburger Initiative gegen Bahnlärm nutzt die CSU-Klausur ab 16 Uhr in Schloss Schwarzenfeld um mit der Elektrifizierung der Bahntrasse Regensburg-Hof friedlich und ruhig den nötigen Lärmschutz einzufordern. Sie postieren sich mit ihren Transparenten rechtzeitig - zwei Stunden vor Beginn - vor dem Schlosstor, um keinen wichtigen Politiker zu verpassen. "Wir hoffen, dass der eine oder andere mit uns redet und wir Gehör finden", sagt Sprecher Anton Schopper.

Doch erst einmal kommt ein LKA-Mann auf die Gruppe zu. Er macht ein Foto für Ministerpräsident Horst Seehofer, damit dieser weiß, was ihn in Schwarzenfeld erwartet. Das lässt die Nabburger hoffen. "Wir sind friedlich", ruft Bernd Hofmann dem Mann im dunkelblauen Anzug zu. "Wir haben nichts gegen die Bahn, wir haben nichts gegen die Elektrifizierung, wir haben nichts gegen die Oberpfalzbahn, sondern wollen nicht, dass die Güterzüge durch unser Wohnzimmer rauschen."

Als abschreckendes Beispiel haben sie die Rheintaltrasse vor Augen. Schopper weist auf die Besonderheit Nabburgs hin, mit der A 93 durch die Stadt, die A 6, die westlich vorbei führt, und der dann elektrifizierten Trasse, auf der der Güterverkehr deutlich zunehmen werde. 750 Meter seien die Güterzüge inzwischen lang, ergänzt Bernd Hofmann und das Nachtfahrverbot werde aufgehoben. Eine weitere Befürchtung ist, dass diese Strecke als Entlastungstrasse der bestehenden für den Seehafen-Hinterlandverkehr genutzt werde.

Das erzählen sie erst einmal Generalsekretär Andreas Scheuer. "Ihr seid's aber früh dran", begrüßte er die Demonstranten. Er war es auch. Von der Prominenz war er der Erste. Die Initiative will bewusst zeitig für den Lärmschutz eintreten und nicht erst mobil machen, wenn das Planfeststellungsverfahren läuft. Scheuer sieht in der Elektrifizierung auch Chancen für den Lärmschutz. Dr. Helmut Ertl spricht die Amtslösung für den Bahnübergang an, die noch verbesserungswürdig sei.

Vor Ministerpräsident Horst Seehofer wiederholt Schopper die Anliegen. "Da schauen wir schon drauf, darauf können Sie sich verlassen", verspricht der Landesvater, bevor er sich in Begleitung von Scheuer auf in Richtung Schloss macht. Söders Limousine rauscht gleich durchs Tor. "Gesehen hat er unsere Transparente", sind sich die Demonstranten sicher und beäugen jedes weitere Auto.

Sie warten auf den Verkehrsminister, mit ihm möchten sie unbedingt reden. Das können sie auch. Dobrindt, der verspätet zur Klausur eintrifft, geht auf die Demonstranten zu, hört zu. Der Bundesminister versichert, noch einmal Druck auf Brüssel in Sachen leise Güterzüge auszuüben. Natürlich ist ihm die Einladung nach Nabburg nicht entgangen. Er kann sich durchaus vorstellen, diese anzunehmen. (Im Blickpunkt)
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