Bergknappenverein Stulln/Schwarzenfeld feiert Barbarafeier

Vorsitzender Jürgen Ferschl (Zweiter von links), stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl (Zweiter von rechts) sowie die Bürgermeister Hans Prechtl (rechts/Stulln) und Manfred Rodde (links/Schwarzenfeld) zeichneten Johann Pechtl (Mitte) für 25-jährige Zugehörigkeit zum Bergknappenverein Stulln/Schwarzenfeld aus. Bild: ohr
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Schwarzenfeld
10.12.2015
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Traditions- und selbstbewusst beging der Bergknappenverein Stulln/Schwarzenfeld die Barbarafeier als Hochfest zu Ehren der Schutzpatronin.

Stulln/Schwarzenfeld. In Konzelebration feierten Pfarrer Heinrich Rosner und Pfarrvikar Joseph Kokkoth im Beisein der evangelischen Pfarrerin Heidi Gentzwein den Festgottesdienst in der St.-Barbara-Kirche, musikalisch von der Schwarzenfelder Blaskapelle begleitet. Der Turm spiele in der Legende eine wichtige Rolle: Er ist das Rückzugsgebiet der Heiligen, gibt ihr Sicherheit und Standfestigkeit und verdeutliche durch die Fenster ihre Weltsicht, so Kokkoth in seiner Auslegung. Das Aufblühen der Barbarazweige in der Heiligen Nacht ist die Ankündigung des Sieges des Lichts. Diese Lichtsymbolik verstehen vor allem die Bergleute als Orientierung im Dunkel des Berges.

"Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind". Diese "mütterliche Seite Gottes" rückte die evangelische Pfarrerin in den Mittelpunkt ihrer Predigt. Der Mensch verspüre: Ich bin nicht allein. Anschließend formierten sich die Mitglieder der beiden Bergknappenvereine Stulln/Schwarzenfeld und Marienschacht/Wölsendorf im Bergkittel, mit Schachthut und Federbuschen und zogen in Musikbegleitung unter der Leitung von Josef Lobenhofer ins Gasthaus Bodensteiner. Vorsitzender Jürgen Ferschl hieß im Saal die zahlreichen Gäste - unter ihnen die Ehrenvorstände Xaver Dirrigl und Josef Raith sowie Ehrenbürger der Gemeinde Stulln, Hagen Lehnerdt und Vorsitzenden des Nachbarvereins, Fritz Held - willkommen.

Sein Dank galt der Geistlichkeit für die feierliche Gestaltung des Gottesdienstes. Zeremoniell gedachten die Teilnehmer bei gesenkten Fahnen und zum Steigerlied der verstorbenen Mitglieder Willi Höfer jun., Erwin Klösel, Otto Zilch, Engelbert Schmidl und Agnes Dirrigl.

Als wichtiger Industriezweig prägte der Bergbau den Landkreis, merkte stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl an. Der Wandel ist vollzogen und der Landkreis Schwandorf stehe mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent gut da. Die Erinnerung an die bergmännische Tradition werde durch die Vereine weitergetragen. Beim Bergsteigen in luftiger Höhe und auch tief in der Grube ist Kameradschaft lebenswichtig, betonte Bürgermeister Hans Prechtl und überbrachte auch die Grüße für seinen Amtskollegen Manfred Rodde, Schwarzenfeld. Die schwere, gefährliche Arbeit schweißte die Kumpel zusammen. Die Bergknappenvereine entstanden aus dem gemeinsamen Beruf. Das Bergmannslied "Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt!" verleihe der Veranstaltung stets eine ergreifende Stimmung. Die Fluorchemie Stulln ist aus dem Flussspatbergbau hervorgegangen, merkte Dr. Thomas Berger als Vertreter des Unternehmens an. Ausführlich stellte der Chemiker die Bedeutung von Fluor für die Industrie, den Einsatz als Grundstoff in der Technik und die häufige Verwendung im privaten Bereich heraus. "Ohne Flussspat gäbe es in Stulln keine Fluorchemie", lautete sein Fazit. Die letzten beiden Redner überreichten Geldpräsente.

Ehrungen


Vorsitzender Jürgen Ferschl, stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl sowie die Bürgermeister Hans Prechtl und Manfred Rodde zeichneten Mitglieder für langjährige Vereinszugehörigkeit aus. Für 25 Jahre (Urkunde und Ehrennadel in Silber): Johann Pechtl und Josef Schmid; für 50 Jahre (Urkunde und Ehrennadel in Gold): Karl Wagner.
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