Blütenvielfalt wichtig

Vermischtes
Schwarzenfeld
13.10.2016
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Vielfalt prägte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kulturlandschaft. Die intensive Nutzung führte jedoch zu homogenen Flächen. Die Lebensbedingungen blütenbestäubender Insekten haben sich verschlechtert.

ÖDP-Kreisvorsitzender Alfred Damm begrüßte in den Miesbergstuben in Schwarzenfeld zu dieser Thematik den Vorsitzenden des Imkerverbandes Schwandorf, Ingo Schwieder, als kompetenten Fachmann vor annähernd 30 Teilnehmern. Wie neue Potenziale geschaffen werden können, veranschaulichte der Vortrag "Bienen brauchen Blütenvielfalt". "Seit elf Jahren gehören 30 Völker zu meinem Bestand und ich betreibe die Bienenhaltung als Hobby mit Leidenschaft." Mit dieser Aussage leitete der Referent seine mit einer Präsentation hinterlegten Ausführungen ein.

Nahrung reicht nicht aus


Vielerorts ist das Nahrungsangebot für Bienen nicht mehr ausreichend und Möglichkeiten zu Verbesserungen müssen geschaffen werden, da die "Rückkehr zur kleinstrukturierten Agrarlandschaft von damals unrealistisch ist". Aber auch in "normalen" Agrargebieten sind begleitende Maßnahmen gegeben, die sich mit der Anbauplanung in Einklang bringen lassen.

Zum Beispiel sind Blühstreifen und Blühflächen Multitalente: Sie fördern das Blütenangebot für Bienen und andere Insekten sowie das Nahrungsangebot insgesamt in der Agrarlandschaft auch für andere Tiere. Oftmals sind sie Rest-Überlebensraum von seltenen Beikräutern.

Wenig Aufwand für den landwirtschaftlichen Betrieb bereiten Blüh- und Schonstreifen im Dauergrünland. Aber sie garantieren viel "Effekt für Bienen & Co und den Naturschutz". Unzählige Kilometer blühender Raine ergeben ein weit verzweigtes Netz. Auf die richtige Pflege komme es an. Einfache Maßnahmen bei der Grünlandbewirtschaftung verbessern das Nahrungsangebot für Honig- und Wildbienen erheblich, lautete das Fazit des erfahrenen Imkers.

Zwar zaubern alljährlich im Frühjahr Obstplantagen Landschaften in ein rosa weißes Blütenmeer. Die Bienen gehen bei schönem Wetter für circa drei Wochen ihrer Arbeit nach. Aber alle Pflanzen unter den Bäumen werden abgemäht, um die Bienen auf die Obstblüten zu konzentrieren. Nach dem Abblühen gehen die Bienen leer aus.

Potenziale für die Bienen


In der Zwischennutzung städtischer Brachflächen stecken Potenziale für die Bienen. Für die Menschen erscheinen solch ungenutzte Räume bisweilen als unordentlich. Vorwiegend sind diese für die Wildbienen wertvolle Refugien. Nachholbedarf bestehe im kommunalen Bereich für blütensuchende Insekten. Durch gezielte Aussaat können öffentliche Räume ästhetisch aufgewertet werden. Er empfahl, keine "steinreichen" Vorgärten zu gestalten.

"Alle aufgezeigten Maßnahmen sind ohne großen finanziellen Aufwand möglich", resümierte der Vorsitzende des Imkerverbandes Schwandorf. Alle angesprochenen Gruppen können mit gutem Willen mithelfen, für Insekten wieder ein besseres und geeigneteres Lebensumfeld zu schaffen. "Macht mit", bat abschließend der Fachmann.

In der Aussprache wies Teilnehmer Jochen Surel darauf hin, dass auf seine Privatinitiative hin auf öffentlichem Grund der Stadt Schwandorf wild blühende Flächen als Lebensraum für Bienen und Hummeln mit Privatmitteln angelegt werden konnten.
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